Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 130)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476270--2707-3478847- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 132 — dem Winter 1905/06 die Absicht, die Senke des Jordans zwischen dem Tiberiassee und Jericho in gleicher Weise zu untersuchen. Da Professor Blanckenhorn für die Reise seitens der kgl. preußischen Akademie der Wissenschaften eine recht erhebliche Beisteuer erhält, so hatte die Palästinakommission nur die Reisekosten des Herrn Aaronsohn zu tragen. Die in dem Winter 1905/06 besonders stark ausgeprägte Regenzeit, die das Jordantal teilweise in einen Sumpf verwandelte, verhinderte zwar die Durchführung dieser Expedition, hingegen wurden dafür Teile des nördlichen und östlichen Palästinas besucht, besonders die Trace der Mekkabahn bis Maan, also über Südpalästina hinaus. In Fortsetzung dieser Studien erforschte dann Herr Aaronsohn teils allein, teils mit Herrn Bermann gemeinsam das obere Jordantal und "hatte das Glück dabei, die wilde Urform des Weizens, die bisher nur einmal und in fragwürdiger Weise am Hermon gefunden worden war, massenhaft in der Nähe jüdischer Ansiedlungen zu entdecken, ein Fund, der wissenschaftlich berechtigtes Aufsehen gemacht hat, und die Hypothese, daß die Weizenkultur und somit die Kultur des Getreides überhaupt von Vorderasien ausgegangen ist, sehr wesentlich stärkt. Eine in den letzten Monaten gleichfalls von Herrn Aaronsohn ausgeführte bis zum Antilibanon fortgesetzte Reise hat weitere Aufschlüsse in dieser Richtung gebracht, konnte aber leider gleichfalls aus Mangel an Mitteln nicht von der Palästinakommission unterstützt werden. Damit es aber nicht heißen soll, daß die Palästinagelder für rein wissenschaftliche Forschung ausgegeben werden, möchte ich erwähnen, daß Aaronsohn letztere Reisen sämtlich aus eigener Tasche bestritt (lebhafter Beifall), daß wir leider vollständig unbeteiligt sind an dieser Entdeckung. Wie dem auch sei, jedenfalls die geistigen Urheber dieser Entdeckung sind wir doch, indem wir die Reisen veranlaßt haben, und ich glaube, daß diese in der Geschichte der Kultur noch für dauernd gewürdigte Entdeckung auf das Konto des Zionismus geschrieben werden wird. In wirtschaftlicher Beziehung von Bedeutung war eine von Herrn Treidel ausgeführte wasserwirtschaftliche Expertise in das Jordantal, die das Ergebnis hatte, daß größere Teile desselben ohne allzu große Kosten bewässerbar, sind und somit für intensive Kulturen, speziell Baumwolle und Zuckerrohr, besonders geeignet sein dürften. Es ist somit die Möglichkeit der wirtschaftlichen Erschließung des Landes durch große Be- und Entwässerungsgesellschaften gegeben, und es umß das Ziel unseres Strebens sein, derartige Pioniergesellschaften auch wirklich ins Leben zu rufen. Auch sonst hat Herr Treidel wichtige Aufgaben im Dienste der Palästina-