Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German, English, Hebrew
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II. TAG Donnerstag, 15. August 1907 NACHMITTAGS-SITZUNG BEGINN: 3 UHR Präs. Wolffsolm: Meine Damen und Herren! Ihre Majestät, die Königin der Niederlande, läßt dem Kongreß durch ihren Adjutanten von Mühlen für die Huldigung des Kongresses telegraphisch danken. (Stürmischer, anhaltender Beifall und Händeklatschen im Saale und auf den Galerien.) Wir werden jetzt in der Diskussion fortfahren und>, ich mache darauf aufmerksam, daß in einer Stunde die Tagesordnung für die nächsten zwei Tage verteilt werden wird. Morgen früh punkt io Uhr wird Herr Prof. Warburg sein Referat über die Palästina-Kommission halten. Sobald der Permanenzausschuß seine Sitzung beendigt haben wird, wird er für eine größere Anzahl von Ordnern Vorschläge erstatten, um die Ordnung im Kongresse aufrecht zu erhalten. Jetzt erteile ich das Wort Herrn Dr. Schur. (Nach einer Pause): Er scheint nicht hier zu sein. Das Wort hat nunmehr Herr Dr. Salz. Del. Dr. Salz: Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe mich zum Worte gemeldet, um im Namen der österreichischen Landsmannschaft eine Erklärung abzugeben, und es freut mich sehr, daß ich in der Lage bin, diese Aeußerung der österreichischen Landsmannschaft auch als meine Ansicht kundzugeben, sie deckt sich vollständig mit der Ansicht der österreichischen Landsmannschaft. Es liegt mir hier fern, eine kleinliche Kritik an dem A. C. und am Berichte desselben zu üben. In kleinliche Sachen will ich mich nicht einlassen, sondern in größeren Zügen dartun, wie die österreichische Landsmannschaft sich vorstellt, daß das A. C. nicht gemacht hat, was es machen sollte. Als wir am 7. Kongresse glücklicherweise den Ugandismus und Territorialismus überwunden hatten, (lebhafter Beifall), haben wir uns geeinigt und ein gemeinschaftliches Programm aufgestellt. Beide Extreme haben sich vereinigt und neue gemeinschaftliche Sätze aufgestellt, welche eingehalten werden sollten. Dementsprechend haben wir auch solche verdiente Männer in das A. C. gewählt, welche uns die Garantie geboten haben, daß sie eine Synthese der zwei extremen Richtungen zur Ausführung bringen werden. Leider müssen wir heute konstatieren, daß nach zwei Jahren dies nicht zustande gebracht worden ist, und zwar schreiben wir das dem Umstände zu, daß die Herren im A. C. (ich spreche nicht von dem großen A. C, dieses kommt nicht in Betracht, weil es eine zu komplizierte Maschine ist, selten zusammenkommt und keinen großen Einfluß auf die Leitung der Dinge hat), daß das engere A. C. deshalb in Untätigkeit geblieben ist und nichts unternommen hat, weil die Herren auf extremen Standpunkten standen. Wir haben eine Synthese geschaffen,