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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 80

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 80 (sequence 78)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476270--2655-3478795
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— 80 — lebhaften persönlichen Sympathie für unseren Präsidenten und für die Mitglieder des A. C. Am allerwenigsten aber könnte er sich auf die Tätigkeit des A. C. beziehen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil diese Tätigkeit eine relativ sehr beschränkte war. Es liegt mir ferne, die Verdienste des A. C. in irgend einer Weise herabzumindern. Ich anerkenne es gern, daß ein weiterer Ausbau der Anglo Palestine Company erfolgte. Auch die Initiative, welche das A. C. gelegentlich der Brüsseler Konferenz ergriffen hat, um eine Kooperation der zionistischen mit den anderen jüdischen Organisationen anzubahnen, will ich, obwohl sie resultatlos verlief, gerne als Verdienst anerkennen, und ich kann auch .nicht umhin, hier hervorzuheben, daß unsere Leitung, ganz insbesondere aber unser Präsident, Herr David Wolffsohn, alle Agenden mit einer ganz, exzeptionellen Pünktlichkeit, mit einem ganz außerordentlichen Fleiße erledigt hat, wofür ihm alle Zionisten Dank schuldig sind, wofür ihm dieser Kongreß Dank schuldet. (Lebhafter Beifall.) Aber leider sind wir so unbescheiden, an unsere Leitung höhere Ansprüche zu stellen. Ich kann nicht umhin, festzustellen, daß bei der Majorität der Kongreß delegierten das Ergebnis der zweijährigen Geschäftsführung unseres A. C. eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen hat, und diese ^Enttäuschung verschärft sich, sie verwandelt sich in Unzufriedenheit, wenn Wir uns die Frage vorlegen, die seltsamerweise keiner von den gestrigen Diskussionsrednern gestellt hat: was hat das A. C. zur Durchführung jener programmatischen Resolution getan, die ihm der 7. Kongreß als Direktive mit auf den Weg gegeben hat? Ja, diese Unzufriedenheit wird direkt zu einem Unwillen, wenn wir uns eine zweite Frage vorlegen, eine Frage, die unser verehrter Herr Dr. Nordau gestern in seiner Rede, allerdings in einem andern Sinne, bereits berührt hat: in welcher Weise hat das A. C. die einerseits unendlich tragische, andererseits aber unvergleichlich günstige Gelegenheit, etwas Großes für das Werk einer Heimstätte in Palästina zu schaffen, welche die letzten russischen Judenmassakres gegeben haben, benutzt? Herr Dr. Nordau hat es gestern versucht, in seinem in der Geschichte des Zionismus so oft bewährten Edelmute mit seiner glänzenden. Beredsamkeit gewisse Unterlassungssünden, die nicht er begangen hat, da er doch nicht Mitglied des A. C. ist, zu entschuldigen.; Er meinte, daß das Vorübergehenlassen dieser historischen Gelegenheit, die ich eben erwähnte, nicht Schuld des A. C. sei, sondern Schuld des Volkes, welches das A. C. nicht mit den Mitteln ausgestattet hätte, in der damaligen Zeit zu wirken. Wir haben auch diesen Passus der Rede des Herrn Dr. Nordau als oratorisches Kunstwerk mit großem Interesse verfolgt, aber den Versuch, die Schuld der Untätigkeit des A. C.. in diesem historischen Augenblicke auf das Volk abzuwälzen, lehnen wir ab. Nun könnte das A. C. ganz unschuldig einwenden: Ja, was hätten wir in diesen zwei Jahren tun sollen, was hätten wir tun können? Ich will ihm die Antwort darauf nicht schuldig bleiben. Sie hätten auf allen Wegen und mit allen Mitteln dafür sorgen sollen, daß der Bodenerwerb in Palästina in viel rascherem Tempo, als es geschehen ist, fortschreitet, daß die Vermehrung des jüdischen Elementes in Palästina einen rascheren Schritt gehe, als es geschehen ist. Sie hätten aber vor allem gelegentlich der russischen Judenmassakres sich ihrer politischen Aufgabe erinnern sollen, Sie hätten in diesem Zeitpunkte mit der türkischen Regierung, die angesichts jener Situation sich vielleicht geneigter gezeigt hätte — ja, vielleicht geneigter gezeigt hat. —, Unterhandlungen eröffnen sollen betreffs einer planmäßig geregelten Einwanderung von Juden nach Palästina unter gewissen Vergünstigungen. Sie hätten ihre politische Begabung darin zeigen sollen, daß . sie diese Unterhandlungen zu einem positiven Ergebnisse geführt hätten. Aber selbst wenn es Ihnen nicht gelungen wäre — ultra possenemo teneatur! —, wäre es Ihre Pflicht gewesen, die spontane elementare

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