Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 70

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 70 (sequence 68)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476270--2645-3478785
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 70 — schaffen. Zum Schlüsse, meine verehrten Damen und Herren — denn ich:; will Sie nicht mit der Vorführung meiner Ansichten weiter langweilen — nur eines: Seit vielen Jahren war es eine Eigentümlichkeit bei uns, daß man sich im wesentlichen nicht mit den einzelnen Fragen beschäftigte, sondern mit der großen Theorie. Ich habe im letzten Jahre den Eindruck, gewonnen, daß diese Theorie an sich uns heute viel weniger beschäftigt, als daß man tatsächlich immer während aneinander vorüberredet. Goethe hat einmal gesagt: Nur derjenige kann mit dir diskutieren, der mit dir eigentlich schon derselben Meinung ist. Die Grundlagen für eine Diskussion müssen dieselben sein, denn sonst sage ich: politische Arbeit, und. Sie sagen: politische Arbeit, und verstehen etwas ganz anderes darunter als ich, und ich sage: praktische Arbeit, und Sie sagen: praktische Arbeit,, und wir haben uns auch nicht verstanden und bekämpfen uns mit Dingen,, die nicht nötig sind, und befreunden uns bei Gegenständen, bezüglich deren wir nicht eines Sinnes sind. Wir mißbrauchen die Begriffe: „Ost", „West4', „Deutschland", „Rußland*' und wie alle diese Dinge heißen: mögen, die wir dann mühselig und unaufhörlich ausgleichen müssen. Wenn, wir etwas erreichen wollen, müssen wir daran denken, wie man in Wahrheit praktisch vorgeht, und ich, glaube, es wäre am besten, wenn wir auf solchem praktischen Wege eine neue Plattform schaffen würden, wenn: dieser Kongreß die Möglichkeit geben würde, zum Baseler Programm zurückzukehren, von rechts und links, und vor allem zu der großen Idee Theodor Herzls, die immer dieselbe ist, die teils bewußt, teils unbewußt alle Landsmannschaften, auch die östlichen, erfüllt, die Idee: durch die Politik und für Politik alles zu machen, dann wird uns die Einigkeit für die nächsten zwei Jahre auch allein die Möglichkeit gedeihlicher Arbeit geben.. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Tschlenow: Ich habe eine ganze Reihe von Mitteilungen, zu machen. Die deutsche Landsmannschaft kommt morgen früh Ysio Uhr in. der „Hoogduitschen Schouwburg'' in dem für die Landsmannschaft bestimmten Gebäude zusammen. Die russische Landsmannschaft versammelt sich in ihrem Lokal heute abend 8 Uhr (übersetzt diese Mitteilung ins Russische). Die rumänische Landsmannschaft versammelt sich morgen früh 8 Uhr im Landsmannschaftsgebäude. Die englische Landsmannschaft versammelt sich .morgen ebendortselbst unmittelbar nach der Sitzung des Kongresses. (Vizepräs. Dr. G a s t e r übersetzt diese Mitteilung ins Englische.) Die österreichische Landsmannschaft versammelt sich heute eine halbe. Stunde nach Schluß der Sitzung des Kongresses hier in Zimmer Nr. i. Die kleinen Landsmannschaften kommen heute abend o Uhr im Saale des großen A. C. zusammen. ,; Die Misrachi laden ihre Mitglieder und alle ihrer Vereinigung nahestehenden Delegierten ein, sich sofort nach Schluß der jetzigen Sitzung zu einer wichtigen Besprechung nach den Mille Colonnes, Horststraße Nr. 24, zu begeben. Präs. Wolffsolm: Noch eine Mitteilung: Unsere Freunde, die Maler Pilichowski und Struck, sowie Prof. Schatz vom „Bezalel" haben hier oben im Hause eine Ausstellung veranstaltet und es werden die Delegierten und alle Anwesenden ersucht, diese Ausstellung, welche sehr interessant und lohnend ist, zu besichtigen. Seitens des Herrn T r i e t s c h ist ein Antrag des Inhaltes eingelaufen,, daß den Mitgliedern der Permanenzkommission, wenn sie zum Worte gemeldet sind und deshalb abwesend sein müssen, weil gerade die Permanenzkommission tagt, das Wort erteilt werde, sobald sie .zurückkommen. Meine- Damen und Herren, das ist undenkbar. Wir haben die Arbeitseinteilung sc*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.