Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 51)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 53 — Die „Welt" wurde in Köln redigiert und herausgegeben. In diesem Jahre feierte dieses zionistische Organ, das mit der Geschichte des Zionismus eng verknüpft ist, sein zehnjähriges Bestehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir haben auch eine hebräische Wochenschrift „Haolam" begründet. In der schweren Krise, die die hebräische Literatur im Osten jetzt niederdrückt, wollten wir etwas für unsere nationale Sprache tun, um sie in unserer Mitte um so mehr zur Geltung zu bringen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Der jüdische Verlag ist durch Unterstützung einiger Zionisten und des Aktions-Komitees diesem unterstellt worden. Das Bureau befindet sich jetzt in Köln. Wir hoffen den Verlag in den Stand zu setzen, auch fernerhin Gutes und Schönes auf jüdisch-literarischem Gebiete zu leisten. Anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Zionismus haben wir eine Propaganda-Broschüre in deutscher, jüdisch - deutscher und englischer Sprache herausgegeben, die eine ungeheure Verbreitung gefunden hat. In Anerkennung der Notwendigkeit kulturell-jüdischer Arbeit haben wir dem Hebräischen Gymnasium in Jaffa und dem Komitee, das sich mit der Herausgabe des Hebräischen Wörterbuches des Herrn E. Ben- Jehuda beschäftigt, Subventionen bewilligt. Wir waren bemüht, nicht nur mit den bestehenden Landsmannschaften und Gruppen den Kontakt zn erhalten, sondern auch neue zu schaffen. Unser Appell an die australischen Juden hat dort dazu beigetragen, daß eine Organisation geschaffen worden ist. Die Korrespondenz des Zentralbureaus wächst immer mehr. Neben den zionistischen Angelegenheiten sind es oft auch aligemein - jüdische Fragen, mit denen man sich von vielen Seiten an uns wendet. VII. Der Stand unserer eigentlichen Arbeit. Mehr und intensiver als je hat sich unsere Arbeit in Palästina im Laufe der letzten zwei Jahre gestaltet. Parallel mit der großen Idee, die wir vertreten, läuft die Linie der Vorbereitungsstudien, der Versuche und Projekte. Wertvolles Material hat unsere Palästina-Kommission geboten. Eine energische Betriebsamkeit hat manche neue Unternehmungen ins Leben gerufen. Das Schmarotzertum weicht immer mehr und mehr einer neuen Lebensanschauung, die unsere dortigen Brüder dazu anregt, die Produktionsquellen des Landes zu erschließen und es -der Kultur und der Zivilisation näher zu bringen, das alte Land zu neuem Leben, zu neuer Kraft zu erwecken. Ein Arbeiterelement, das sich noch in der Gärung der ersten Gestaltung befindet, wächst langsam heran. Es entwickeln sich die ersten Keime eines modernen Naturjuden; die lieben hebräischen Laute klingen über die Ebenen Israels und der früher in einem würdelosen Dasein gebückte Goluth-Jude schreitet als regenerierter Hebräer stolz und begeistert über seine Scholle. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist dies ein Lichtpunkt von unermeßlichem moralischen Wert für die ganze Diaspora. Ein Werk der letzten zwei Jahre ist auch der Bezalel. In