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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 26

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 26 (sequence 24)
Language
German, English, Hebrew
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— 26 — das jedoch nicht anfechten. Es ist kein Grund zur Entmutigung für uns. Eine Wahrheit hat ihre eigene Tugend und Würde, die ganz unabhängig davon ist, ob sie von anderen begriffen wird oder nicht (Beifall), und sie muß sich schließlich durchsetzen, denn sie ist unverwüstlich und die Zeit kann ihr nichts anhaben. Die Geschichte ist überdies da, um uns vor Kleinmütigkeit zu behüten. Sechzig Jahre lang sangen Deutsche: „Was ist des Deutschen Vaterland?" und ließen sich nicht irre machen, obschon die bedeutendsten, maßgebendsten Männer, Minister, Würdenträger, einflußreiche Politiker aller Art die Forderung der deutschen Einheit als eine Schwärmerei für Schützenfeste und [Gesangvereine verspotteten. Ebenso lange erklärten bedächtige, nüchterne Diplomaten Italien für einen geographischen Begriff, und an eine italienische Nation glaubten nur einige romantische Verschwörer, die in Italien selbst sieben organisierte, zum Teile mächtige Staaten und außerhalb Italiens ungefähr alle Regierungen gegen sich hatten. Camille Desmoulins sagte nach Verkündigung der französischen Republik: „Im Jahre 1789 hat es in Frankreich keine zehn Republikaner gegeben." Thomas Payne, der treffliche Verfasser von „Common sense", tat die Aeußerung: „Im Jahre 1778 gab es in ganz Nordamerika nicht einen Republikaner." Michelet schrieb im Jahre 1859: „Im Jahre 1854 habe ich in ganz, Italien nicht einen Italiener angetroffen." (Lebhafte Heiterkeit.) Diese Beispiele sind geeignet, uns über die Zukunft des Zionismus zu beruhigen, obschon die Zahl der Zionisten heute noch nicht entfernt so groß ist, wie sie sein sollte. Wir sind gewiß die letzten, uns selbstgefällig die Hände zu reiben und uns zu beglückwünschen, daß wir es so herrlich weit gebracht haben. Gewiß: was wir erreicht haben, ist noch blutwenig. Gleichwohl haben wir keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen, wenn wir auf das Jahrzehnt seit dem ersten Zionistenkongresse 'zurückblicken. Selbst unsere materiellen Erfolge, so bescheiden sie scheinen, sind nicht allzu gering* einzuschätzen. Kurz sind sie schon von Herrn Wolff söhn zusammengefaßt worden: unsere Kolonialbank, von uns mit bitterer Mühe und schweren Opfern aufgerichtet, hat mit ihrem kleinen Grundstock die Anglo-Palestine Company geschaffen, die in

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