Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 7)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 9 — samtheit und »unsere historischen Schicksale. Bedarf es denn für uns der blitzartigen Beleuchtung unserer Diasporanacht durch „Pogrome"? Lehrreich, wie die letzten Jahre auch sein mögen, sind sie doch nur neue und vermehrte Auflagen der alten Chronik. Werfen wir einen flüchtigen Blick auf die Geschichte unseres Volkes. Sie hat große, furchtbare Lehren erteilt. Die Mehrheit unseres Volkes war immer in der Diaspora der Verfolgung und dem Drucke ausgesetzt, und die glücklicheren Minderheiten und die helleren Momente verschwinden in den Finsternissen des Elends. Ein Volk mit solchen Leiden muß sich doch einmal zu einer großzügigen nationalen Selbstrettung aufraffen. Es muß doch einmal mit aller Gewalt sich dagegen aufbäumen, immer das Kanonenfutter für alle möglichen Kämpfe und für alle möglichen Umwälzungen zu sein. Es muß doch einmal dafür sorgen, einen sicheren und würdigeren Platz zu finden, als überall zwischen Hammer und Amboß. (Stürmischer Beifall.) Geehrter Kongreß! Klar und bestimmt liegt unser Programm vor den Augen der Welt: Wir erstreben eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Die Unantastbarkeit dieses Standpunktes des politischen Zionismus heben wir mit dem ernstesten Nachdrucke hervor. Wir werden auf geradem Wege das Ziel zu erreichen suchen, das wir uns in unserm Programm vorgezeichnet haben. Es hat unsererseits auch an Ansätzen und Bemühungen verschiedener Art im Laufe der letzten zwei Jahre nicht gefehlt. Wir haben die Verbindungen, die Herzl geschaffen hat, aufrecht erhalten und seitens maßgebender Kreise manche Ermutigung erfahren, die uns ein mächtiger Ansporn zu weiterem Fortschreiten ist. Die Loyalität unserer Bestrebungen, die zivilisatorisch-friedliche Bedeutung unserer Unternehmungen haben wir fortgesetzt der türkischen Regierung nahe gelegt und wir hoffen, daß die Hohe Pforte, die unserm Volke große Sympathien bewahrt,, den richtigen Maßstab für die Wertschätzung unserer Absichten finden wird. Bedeuten doch diese Absichten für die Türkei selbst einen wirtschaftlichen Fortschritt und einen kulturellen