Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 314)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 316 — verantwortungsvolle Last auferlegt wurde, doppelt schwer, wenn wir zu dem hinaufschauen, der diese Tribüne unseres Volkes geschaffen und unsere Bewegung seit ihrem Bestehen geleitet hat. Keiner von uns kann es wagen, sich mit dieser Grösse zu messen. Wir haben nur den guten, festen Willen, unserer Sache und unserem Volke zu dienen. Ich habe nunmehr die angenehme Pflicht, allen zu danken, die uns bei diesem Kongresse , mitgeholfen und unterstützt haben. Vor allem der Stadt Basel für ihre bewährte Gastfreundschaft, dann der Synagogengemeinde, ihrem Vorstand und ihren Beamten, den Komitees und auch allen, die zu der würdigen Trauerfeier für unseren unvergesslichen Führer, Dr. Herzl, beigetragen haben. (Lebhafter Beifall.) Sie alle haben bewiesen, dass sie ein warmes Herz für unsere heilige Sache haben. Aber auch denen, die nicht von unserem Volke sind, die aber hierher gekommen, um uns ihre Sympathien zu beweisen, auch denen danke ich für ihr warmes freundliches Interesse. Unser Volk ist dankbar und wird nie die Guten und Edlen vergessen, die uns in unserer Not helfend zur Seite gestanden. Hoher Kongress! Ein schwieriger und folgenreicher Kongress liegt hinter uns. Mit manchen von den gefassten Beschlüssen haben wir eine schwere Verantwortung vor unsern Wählern, vor dem jüdischen Volk und vor der ganzen Welt auf uns genommen. Wohl dem, der sie mit ruhigem Gewissen und leichten Herzens tragen kann. Ich glaube, mich keines übertriebenen Optimismus schuldig zu machen, wenn ich mit Genugtuung feststelle, dass die Krisis im Zionismus überwunden ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir haben das Basler Programm von neuem verkündet (Beifall); wir haben es als nicht zu überschreitenden Rahmen der praktischen Palästinaarbeit aufgestellt und wir haben die Organisation dadurch gekräftigt. (Andauernder Beifall.) Alles gestattet die Hoffnung, dass wir nunmehr mit frischer Kraft und Zuversicht an der einzig möglichen Lösung der Judenfrage weiter arbeiten werden. (Lebhafter Beifall.) Der Kongress hat Auftritte gesehen, von denen ich betrübt die Augen abwenden möchte. So unangenehm diese auch für uns sind, so dürfen wir aber auch daraus entnehmen, dass der Zionismus lebt, denn Kampf ist Leben. Wir wollen hoffen, dass die erlebten Szenen nie bei uns wiederkehren; wir wollen Frieden halten miteinander. Im Bruderkriege sind Siege ebenso unheilvoll wie Niederlagen, denn der Besiegte bei uns ist immer ein Jude und ein Zionist. (Lebhafter Beifall.) Mein Wahl-