Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 306)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 308 — damit diejenige Partei, die die entgegengesetzten Anschauungen in der Landsmannschaft vertreten hat, Sitz im A. C. habe. Wir hatten die Absicht, womöglich zusammenzuarbeiten in denjenigen Punkten, wo wir zusammenarbeiten konnten, und die Differenzen, die uns schieden, momentan vollständig zu vernachlässigen, sie gar nicht zu berücksichtigen, weil wir der festen Zuversicht sind, dass die Missverständnisse, die sich bisher im Lager des Zionismus verbreitet haben, sich mit der Zeit allmählich aufklären und verschwinden werden, und dass es uns gelingen wird, allmählich wieder an der Arbeit, die uns zusammengebracht hat und — erlauben Sie mir, die Hoffnung auszusprechen — uns noch weiter zusammenhalten wird, vereint zu wirken. Aus diesem Grunde haben wir ein Mitglied derjenigen Partei, gegen welche wir bisher gekämpft haben, zur Wahl ins A. C. in Vorschlag gebracht. Was ausserdem geschehen ist, weiss ich nicht. Diese Wahl ist dem Permanenzausschusse -vorgelegt worden. Ich hatte zwei- oder dreimal die Ehre, Vorsitzender des Permanenzausschusses zu sein und spreche aus der Erfahrung, die ich in den Versammlungen zu dieser Zeit erworben habe. Es wurde dort ein für allemal erklärt, dass in all denjenigen Fragen, die die gesamte zionistische Bewegung betreffen, die einzelnen Landsmannschaften keine entscheidende Stimme haben können und dürfen, weil sie diese Angelegenheiten von ihrem individuellen Standpunkte aus ansehen, während in denjenigen Fragen, die die einzelnen Landsmannschaften individuell betreffen, von den einzelnen Landsmannschaften bezügliche Vorschläge als endgültige dem Permanenzkomitee vorgelegt werden müssen. Dann ... Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte, bei der Sache zzu bleiben und keine Rede zu halten. Del. Dr. Gaster: Ich bin hier in der Hand des Publikums, Sie können mich alle zur Ordnung rufen, wenn ich darüber hinwegschreite. Wir haben erklärt und halten daran fest, dass kein Permanenzausschuss, und hätte er die Weisheit Salomos, imstande ist, genau festzustellen, welche Persönlichkeiten in den betreffenden Landsmannschaften die geeignetsten nach Anschauung der Landsmannschaft sein würden, um die Interessen des Zionismus in dem betreffenden Lande so zu leiten, dass sie das Vertrauen ihrer Anhänger gemessen. An dieser Anschauung halten wir fest. Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte Herrn Dr. Gaster, sich kürzer zu fassen. Del. Dr. Gasten Ich bin fertig. Nun aber muss ich erklären: Meine Freunde haben mich gegen meinen Willen aufgestellt. Ich hatte keine Absicht, mich wählen zu lassen. Ich habe schon früher in England erk]ärt und erkläre es hier noch einmal, dass derjenige, der da erwartet, dass der Zionismus für ihn arbeiten soll, kein Arbeiter im Zionismus sein kann, während derjenige, der für den Zionismus arbeitet, ohne Rücksicht auf irgend welche äusserlichen Anerkennungen, meiner Ansicht nach der richtige Zionist ist. Ich glaube, dass ich — wie in der Vergangenheit — auch in der Zukunft ein solcher Zionist bleiben werde, der auf solche Aeusserlichkeiten mit grossem Vergnügen verzichtet. Ich hoffe, dass wir in Zukunft jedenfalls uns vor Augen halten werden, dass das Interesse der Sache vor dem Interesse der Person steht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Miss Goldsmid (mit Beifall und Händeklatschen begrüsst) spricht englisch. Schriftführer Dr. Magnes (übersetzt): Fräulein G o 1 d s m i t h sagt, dass die Nominationen der zwei Gruppen als legal zu betrachten seien und miteinander verschmolzen werden sollen.