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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 290

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 290 (sequence 288)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476268--2500-3478639
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— 290 — auf das alle-rentschiedenste zurückweisen. Dr. Braude sprach auch von einem „schöpferischen Unvermögen" des Ausschusses. Ich kann Sie versichern, dass kein Wort von dem, was er uns gesagt hat, uns neu war, und dass alles das und noch viel mehr in der langen, mühsamen zweitägigen Debatte von den Mitgliedern des Ausschusses in deutlicher und nachdrücklichster Weise vorgebracht worden ist. Wenn trotzdem die Anträge des Ausschusses ihm so dürftig erscheinen, so beruht das auf zwei Umständen. Erstens darauf, dass Herr Dr. Braude entweder nicht verstanden hat oder nicht verstehen wollte, dass wir unter dem alten Namen tatsächlich etwas Neues geschaffen haben. Der Ausschuss wollte nicht einen neuen Namen in die ohnedies schon verwirrte Situation unserer Bewegung hineinwerfen und hat sich bemüht, möglichst harmlos das Neue in das alte Gefäss gewissermassen hineinzugiessen. Von demselben Grundsatze geleitet, hat es der Ausschuss prinzipiell vermieden, irgend welche von der gegenwärtigen Sachlage nicht dringend gebotene Aenderungen an unserer Organisation zu beschliessen, wenn sie auch an sich durch die Sache geboten sind. Der Ausschuss hat geglaubt, dass die Situation unserer Organisation, die leider in der letzten Zeit innerlich genügend" zerrüttet wurde durch den grossen Unglücksfall, der uns betroffen, und durch die grosse Verwirrung in dem Streite um die Idee, nicht noch mehr verwirrt werden darf durch eine äussere organisatorische Umbildung der bestehenden Ordnung. Von diesem Prinzipe ausgehend, hat der Ausschuss beschlossen, nur dasjenige zu ändern, was tatsächlich durch den Tod unseres Führers geändert werden musste, alles andere aber, ohne Rücksicht darauf, ob es an sich gut oder schlecht ist, beim alten zu belassen. Nun war das erste Prinzip, das der Ausschuss eingeführt hat im Gegensatze zu den bisher herrschenden Prinzipien unserer Administration, dasjenige der kollektiven Repräsentanz und kollektiven Verantwortlichkeit unserer Zentralleitung. Sie wissen, meine Herren, dass bis heute, solange Dr. H e r z 1 gelebt hat, tatsächlich die Repräsentanz und Verantwortung an die Person des Führers gebunden war, trotzdem das auf keinem einzigen Kongresse beschlossen worden ist. Das war der faktische Zustand. Gegegenüber der neuen Sachlage hat der Ausschuss es für passend gefunden, die Verantwortlichkeit des einzelnen abzustellen und an ihre Stelle die Verantwortlichkeit eines kollektiven Körpers zu setzen. Ein kollektiver Körper, den Sie nun Direktorium nennen wollen, den wir aber aus den oben angeführten Gründen A. C. nennen, ist es, den wir an Stelle des einzelnen gesetzt haben, der nach aussen hin die Bewegung leitet und für sie verantwortlich ist. Es kam uns dabei auf die Zahl nicht an. Der Ausschuss hat die Zahl 7 beschlossen, ich persönlich habe die Zahl 5 vertreten, und ich wiederhole, dass es uns auf die Zahl nicht ankommt und bin überzeugt, dass der Ausschuss nichts dagegen haben wird, wenn ein anderer aus der Mitte der Versammlung ausgehender Antrag auf eine Minderzahl angenommen werden sollte. Auf was es uns ankommt, ist, wie ich wiederhole, das Prinzip der Kollektivität gegenüber dem einzelnen zu setzen. Das zweite Prinzip, auf das es dem Ausschusse ankam, war dasjenige der Teilung der Arbeit, bezw. der Ressortierung unserer Zentralleitung. Auch das ist ein radikaler Gegensatz zu dem bisherigen Zustande. Sie wissen, dass in dem bisherigen A. C. von einer Teilung der Arbeit in modernem Sinne überhaupt keine Rede war. Der Schade hiervon war eine notgedrungene Einseitigkeit der Arbeit (Mitgl. des A. C. Dr. Kahn: Nicht richtig!) Das ist meine Ansicht. (Mitgl. des A. C. Dr. Kahn: Teilung der Arbeit, aber eine kollektive Beratung!) Auch diese Methode der Arbeit war durch die Person unseres verewigten Führers, auf dessen Leib, wie bekannt, unsere ganze Organisation zugeschnitten war, bedingt und auch von Gegnern mit Rücksicht auf die Person des Führers geduldet. Dieser Umstand muss heute einem neuen weichen, nämlich demjenigen,

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