Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 286)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 288 — wissenschaftlich als wirtschaftlich vorzüglich; wenn Sie aber auch ein Komitee nach Palästina setzen, so wird entweder die Tätigkeit beider Komitees durch ewige Kompetenzstreitigkeiten gehemmt sein, ' oder die Kommission in Palästina wird, weil sie an Ort und Stelle ist, über das Berliner Komitee dominieren. Das wäre absolut schädlich. Denn es muss von jedem imbedingt zugestanden werden, dass die Leute in Palästina einen viel zu beschränkten Gesichtskreis haben, um nach den grossen Prinzipien arbeiten zu können, die für uns absolut notwendig sind. Sie unterliegen dem Einflüsse der Umgebung, während das — zum ausserordentlichen Vorteile — bei der Berliner Kommission wegfällt. Ich kann mir ein Zusammenarbeiten von zwei solchen Kommissionen nicht gut denken. Ich glaube auch, dass die Berliner Kommission aus den dadurch entstehenden Hemmungen Konsequenzen ziehen könnte, die für uns ausserordentlich schädlich wären. Ist man denn mit dem Berichte der Palästina-Kommission nicht zufrieden? Haben wir denn nicht Leute an der Spitze, die einen derartigen Namen sich erworben, nicht allein bei uns, sondern auch in deutschen kolonisatorischen. Diensten, dass wir beruhigt alle jene Fragen ihr allein überlassen können? Hat sie nicht sehr gute Erfolge erzielt? Die Kommission ward sich ja gewiss das Kooptationsrecht vorbehalten und wertvolle Mitarbeiter in Palästina suchen, aber ihr allein müssen wir das Vertrauen schenken, und ich bitte Sie eindringlichst, keine schädlichen Beschlüsse in dieser Richtung zu fassen. Wollen Sie, dass in der Art, wie bisher, weiter gearbeitet wird, tasten Sie die Palästina-Kommission nicht, an. Wenn Sie nicht zufrieden sind, dann sagen Sie es ihr. Dann dürfen Sie aber nicht eine zweite- Palästina-Kommission in Palästina dazu wählen, sondern dürfen die Palästina- Kommission in Berlin nicht mehr wählen. (Beifall.) Del. Matussow spricht russisch. (Unruhe.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Es geht nicht an, dass ein Redner vor einem fortwährend unruhigen Hause spricht; ich bitte, den Herrn Redner ruhig anzuhören. (Zwischenrufe.) Del. Matussow spricht russisch. Schriftführer Jacobsolm (übersetzend): Die Anträge des Herrn Matussow stimmen mit denjenigen des Herrn Boruchow überein; er hat aber noch einen Antrag hinzugefügt, dahingehend, dass, wenn es sich um Personen handelt, keine en blöc-Annahme am Kongresse stattfinden, sondern jeder Name vorgelesen werden solle, und dass gleich darauf eine Abstimmung stattfinde. Jede Federation soll gleichberechtigt sein; die Mitglieder des A. C. aber sollen sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Wahlen usw. hineinmischen, da keine Regierung Einfluss auf den Gang der Wahlen nehmen solle. Del. Dr. Mühsam: Verehrter Kongress! Da gegen den Willen des Kongresses von den Generalrednern nur zur Organisation gesprochen wurde, sind mir ex praesidio fünf Minuten gewährt worden, um zur Agitation zu sprechen, und zwar gleichzeitig im Namen von Pietrusky. Zur Begründung unserer Anträge ist keine Zeit. Pietrusky wünscht und beantragt, dass Agitationszentralen in den einzelnen Ländern geschaffen 'werden, welche bezahlte Agitatoren in die Orte schicken, wo die Notwendigkeit zur Agitation besteht. Diese Einrichtung würde zugleich den Wert haben, dass nicht einseitiger Faktions- Zionismus gepredigt, sondern von allen Seiten diejenigen Grundsätze vorgeschlagen würden, mit welchen alle Seiten einverstanden sind. Ferner wünscht und beantragt Pietrusky, dass literarische Zentren gegründet werden, welche die nationaljüdische Literatur, vornehm-