Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 275)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 277 — er über alles informiert sein muss, unmöglich, den richtigen Kurs zu finden, wenn er nicht das Recht hat, an den Sitzungen als Zuhörer teilzunehmen, wenn schon nicht als Mitstimmender. Ich muss dies auch vorbringen, weil es, solange H e r z 1 lebte, wiederholt geschehen ist, dass der Chefredakteur auch an den Sitzungen des A. C. teilgenommen hat. Bei der letzten Jahreskonferenz aber ist es geschehen, dass ein Mitglied des grossen A. C. sich geäussert hat, dass es nach dem Statute nicht gerechtfertigt sei, dass der Redakteur der „Welt" an den Sitzungen teilnehme. Es war dies, wie er ausdrücklich hervorgehoben hat, keine persönliche Stellungnahme, sondern geschah bloss, weil es im Statute nicht vorgesehen war. Jetzt, wo das neue Statut vorliegt, kann diese Lücke ausgefüllt werden. Ich beantrage also, dass zu dem vom- Organisationsstatute Nominierten hinzugefügt werde, dass der jeweilige leitende Redakteur der „Welt" ebenfalls an' den Sitzungen der Jahreskonferenz teilzunehmen habe. Ueber das Bureau und Sekretariat will ich mich in einem besonderen Antrage äussern. (Beifall.) Del. Mme. Swenigorodskaja spricht russisch. Präsident Dr. ISTordau: Ich bitte die Frau Rednerin, zur Sache zu sprechen; man beklagt sich darüber, dass dies oft nicht der Fall sei. Del. Swenigorodskaja (setzt ihre Rede in russischer Sprache fort). Del. Dr. Jacobsolm (übersetzend): Frau Swenigorodskaja meint, dass der Kernpunkt unserer Tätigkeit eine reale, planmässige Arbeit in Palästina sein müsse. Wir haben es mit einem grossen Feinde zu tun, der von allen vier Weltgegenden komme, das sei das Kapital. Wir sprächen immer von einer Organisation der palästinensischen Arbeit, eine solche benötigen wir aber nicht von aussen, sondern es sei nötig, dass wir an Ort und Stelle, in Palästina selbst, unsere Tätigkeit organisieren. Es sei richtig, dass wir die von Berlin ausgehende Organisation in wissenschaftlicher Richtung brauchen, denn wir müssen offen gestehen, dass wir eigentlich über Palästina fast nichts wissen, allein es gäbe noch andere Fragen, die berücksichtigt werden müssten, auf welche eine in Palästina zu errichtende Kommission ihr Augenmerk richten müsse, das seien die Fragen der Kolonisation, der Technik und der Kultur. Es gibt sehr viele junge Leute, die nach Palästina kommen, um dort zu arbeiten, die sich aber dortselbst kulturell zu wenig befriedigt finden, die für ihre geistigen Bedürfnisse keine Nahrung finden und deshalb wieder weggehen. Del. Pasmanik: Geehrter Kongress! Ueber zwei Punkte möchte ich einige Bemerkungen mir zu machen erlauben. ( Was die Palästinakommission anlangt, so möchte ich diese in einem ganz anderen Sinne auffassen, als dies die Frau Vorrednerin getan hat. Wenn Sie zwei Kommissionen mit gleichen Rechten haben werden, eine in Berlin und eine in Palästina, so werden diese unbedingt kollidieren. Es werden Kompetenzstreitigkeiten entstehen und schliesslich wird dabei nichts herauskommen. Es ist unbedingt notwendig, dass die in Palästina selbst zu errichtende Kommission von der Zentralkommission ihre Direktiven erhalte, dass sie dieser gewisesrmassen untergeordnet sei, sonst werden wir ewig die Kompetenzstreitigkeiten haben. Dann ist es, bevor wir überhaupt an eine Palästinakommission denken können, die in Palästina arbeiten soll, unbedingt notwendig, dass wir ganz genau bestimmen, worin diese Arbeit bestehen soll. 'Herr Scheinkin hat heute zwar ausgesprochen, dass der Nationalfonds sofort mit Ankauf von Land vorgehen kann, aber es ist das eine Frage, die zuerst entschieden werden muss. Nachdem Sie erst genau die Arbeiten umschrieben haben werden, werden Sie einsehen, dass eine