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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 250

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 250 (sequence 248)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 250 — Del. Rosenfeld: Meine Damen und Herren! Der letzte Beschluss des Kongresses in bezug auf Palästina wird nie realisiert werden können, wenn der Nationalfonds nicht die nötigen . Mittel dazu haben wird. Wer unter der jüdischen Masse lebt und Gelegenheit hat zu sehen, auf welche Weise die vorhandenen Mittel des Nationalfonds gesammelt wurden, kann bestätigen, dass dies ganz einfach durch Marken, Einschreiben ins Goldene Buch, Hochzeitsspenden usw. geschehen ist. In der letzten Zeit sagt man nun, das Markensammeln sei ein Kinderspiel, ins Goldene Buch einschreiben ist bourgeoismässig, wenn man auf Hochzeiten sammeln will, kommen die verschiedenen Organisationen unserer Bewegung und jede Organisation sammelt für ihre Parteiinteressen, so dass der Nationalfonds früher oder später seine Einnahmen wird zusammenschrumpfen sehen. Deshalb soll der Kongress bestimmte Formen festsetzen, in welcher Weise der Nationalfonds gefestigt werden soll. Ich möchte ferner wissen, ob in Russland der Verkauf von Marken schon frei ist. Denn vor einiger Zeit wurde er verboten. Ich möchte wissen, ob unsere Vereine jetzt den Auftrag bekommen werden, ihre Mitglieder zu Sammlungen für den Nationalfonds zu verpflichten, sowie seinerzeit die aktiven Mitglieder der Vereine einen gewissen Stadtteil zugewiesen bekommen haben in bezug auf-den Nationalfonds. Wir müssen jeden Moment ausnützen, um des Nationalfonds zu gedenken, und deshalb stelle ich den Antrag, dass der Nationalfondskommission eine gewisse Summe von jedem Vereine nach Massgabe der Zahl seiner Mitglieder für den Nationalfonds zugeführt werde. Die Del. Dr. Nienierower und Dr. Tschlenow verzichten auf das Wort. Del. Schnelling: Herr Dr. Leopold Kahn führte gestern an, wie schwer und gefährlich es ist, Land durch den Nationalfonds in Palästina anzukaufen. Er hat darauf hingewiesen, dass er mit einer Bombe kommen werde, wenn man diesen Ankauf unternimmt. Es muss doch die eifrigen Sammler für den Nationalfonds einschüchtern, wenn man sagt, wir brauchen vorläufig noch nicht für den Ankauf zu schwärmen. Denn der Nationälfonds ist doch unbedingt dafür geschaffen, dass wir Land in Palästina kaufen. Wenn wir das Geld zusammen haben 'werden, werden wir schon wissen, wie man das zu machen hat. Ich möchte Sie auf alle Fälle bitten, nicht nur Anregungen zu geben und Resolutionen zu beschliessen, sondern darauf hinzuwirken, dass jeder einzelne Schekelzahler eine Selbstbesteuerung für den Nationalfonds sich auferlegt. Denn es gibt eine ganze Menge von Schekelzahlern, die für den Nationalfonds nichts geben. Ich bitte, unbedingt den Vorschlag des Herrn Kremenezky anzunehmen und jedem Schekelzahler die Pflicht aufzuerlegen, dass er eine Erklärung über die Selbstbesteuerung für den Nationalfonds abgebe. Del. Meisl (zur Geschäftsordnung): Es ist gestern von seiten des Präsidiums ein Geschäftsordnungsbruch vorgekommen. Man hat Generalredner für die Palästinakommission gewählt, sie aber nicht zum Worte koirmien lassen. Man hat plötzlich einen Antrag Marmorek-Ussischk i n zur Abstimmung gebracht, zu einer Zeit, wo sehr viele Delegierte gar nicht wussten, um was es 'sich handelt, und nicht im Saale anwesend waren. Es geht aber nicht an, 'über so wichtige und tiefeinschneidende Fragen, die vielleicht eine vollständige Kursänderung unserer Bewegungherbeiführen können, zur Tagesordnung überzugehen. Es werden alle Angelegenheiten abgehaspelt und der Kongress ist heute so konfus, dass keiner eine Ahnung hat, was hier verhandelt wird. Ich protestiere ganz entschieden dagegen, dass diese Angelegenheiten von solcher Wichtigkeit so ohne weiteres abgetan werden. Ich weiss, dass viele

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