Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 182 — Organisation wie unserer finanziellen Machtmittel erreichen, lässt. Wenn planmässig in bestimmten Zeiträumen nacheinander erst dieses, dann jenes Gebiet bearbeitet wird, muss die Erkenntnis durchdringen und muss nacheinander jedes Bollwerk fallen, hinter dem Unverstand, Böswilligkeit oder Feigheit Zuflucht gesucht haben. Es ist für uns Zionisten, die wir es stets ablehnen, nur eine Partei zu sein, die wir vielmehr für das ganze jüdische Volk fühlen, auch für die Juden, welche uns bekämpfen oder uns ihr Ohr verschliessen, es ist für uns ein herber Schmerz, gegen viele unserer Brüder kämpfen zu müssen. Vielmehr für jene als für uns arbeiten wir. Wir bekämpfen sie, indem wir uns für sie opfern. Dass wir dereinst zum Ziele kommen werden, vielleicht nicht die durch lange Sklaverei und Wüstenwanderung ermattete Generation, aber doch die kommende starke, die Generation derer, die nicht erst Zionisten zu werden brauchen, sondern als Zionisten geboren sind, das wissen wir. Wir tragen das Siegerlächeln auf den Lippen, weil wir die Kraft in uns spüren, den Schwur, den wir am Grabe unseresheimgegangenen Grossen geleistet, zur Erfüllung zu bringen, jenen Schwur, den er mit seinem Leben besiegelt hat. Wir wissen, dass die Wahrheit auf dem Wege ist und nichts sie aufhalten kann. Und wir wissen, dass alle jene, welche sich heute fern von uns halten, dereinst, wenn unser der Sieg, wenn es keine Gefahr mehr hat, dass sie alle dann zu uns kommen werden. Aber wir wollen ihnen, die sie unsere Brüder bleiben, wenn sie uns auch in die Sklaverei verkauft haben, wir wollen ihnen die Beschämung ersparen, dass sie in uns clen Bruder erst in der Zeit ihrer Not entdecken, da wir die Mächtigen sind. Wir wollen schon heute sie des Glücks teilhaftig sehen,, das uns die Arbeit für unser Volk täglich neu schafft. Wir glauben nicht an ihre kalten feindseligen Worte, an ihre höhnischen und gehässigen Blicke, wir glauben an einen jüdischen Kern in ihnen, wir hoffen noch immer, aus ihnen nicht Juden zu machen, aber in ihnen den Juden zu entdecken. Wir geben ihnen unendlich viel mehr, als wir durch sie gewinnen können. Wir bringen ihnen die Harmonie der Seele, das Hochgefühl, als Vollmenschen leben und empfinden zu können, die keinen Riss in ihrem Innern verspüren, die wissen, wo die Wurzeln ihrer Kraft sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Wolffsolm: Morgen um 10 Uhr vormittags setzen wir unsere heutigen Beratungen fort. Ich schliesse die heutige Sitzung. (Schluss der Sitzung um 8 Uhr 10 Minuten.)