Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 155)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 157 - dischen Volkes soll nicht mehr ein Spiegelbild des Golus sein, worin wir heute leben, indem es die einzelnen Landmannschaften repräsentiert. Es soll vielmehr das Vorbild der jüdischen Freiheit werden; und der jüdischen Einheit, indem es die Repräsentanz des gesamten nationalen jüdischen Volkes darstellt. (Beifall.) Einen gangbaren Weg hierfür zeigt der von mir veröffentlichte Organisationsentwurf. Zum Schlüsse nur noch ein Wort. Der Zionismus kann sein Ziel nicht durch die Macht der in ihm vertretenen Meinungen erreichen, sondern nur auf dem Wege der Kompromisse und der gegenseitigen Verständigung. Denn der Zionismus ist keine Partei, sondern eine Sache des ganzen Volkes. Palästinenser und Territorialisten im weiteren Sinne sind schreiende Gegensätze, sie einigt der nationale Gedanke. Die Intellektuellen und Misrachisten bekämpfen sich bis aufs Messer. Das Ziel der Freiheit des jüdischen Volkes macht aus ihnen treue Verbündete. Politische Zionisten und Chowewe Zion sind wie Wasser und Feuer. Der Zionismus schafft aus ihrer Vereinigung die Dampfkraft, welche imstande ist, gewaltige Maschinen zu bewegen. Nur eines steht über allen Kompromissen, "^und das ist die zionistische Idee selbst, um die wir uns wie um ein Palladium auf diesem und den folgenden Kongressen Schulter an Schulter scharen wollen. Möge sich unsere künftige Führung das felsenfeste Vertrauen des jüdischen Volkes erwerben, dass sie dieses Heiligtum, das blauweisse Banner unserer Zukunft, unverletzt vorantrage durch den Sturm der Zeiten, bis wir in der Lage sind, den Resten unseres grossen Führers eine Grabstätte dort zu bereiten, wo das Heim sein wird des jüdischen Volkes für die künftigen Aeonen der Menschheitsgeschichte. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident WolffsOlm: Ich bemerke, dass das Referat des Herrn Dr. Bode n heimer, sowie das des Herrn Dr. Kokesch, wie überhaupt sämtliche Referate nur der Ausdruck der persönlichen Meinung der betreffenden Referenten sind . . . Berichterstatter Dr. Kokesch: Es ist nicht richtig, dass ich mein Referat im eigenen Namen erstattet habe, sondern ich habe es im Namen und Auftrage des engeren A.-C. getan . . . Vizepräsident Wolffsöhn: Mit Ausnahme also des Referates des Herrn Dr. Kokesch, das im Auftrage des engeren A.-C. gehalten wurde. Herr Greenberg hat nun das Wort. Del. Greenberg (von lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüsst, hält eine Rede in englischer Sprache). Schriftführer Dr. Magnes (gibt die Uebersetzung): Ich danke dem Kongresses aus tiefem Herzen für den aussergewöhnlichen und wie ich glaube, ohne Präzedenzfall dastehenden Ausdruck des Dankes, der mir in so freundlicher und generöser Weise zuteil wurde. Ich bitte, mich nicht für undankbar zu halten, wenn ich sage, dass ich das Votums als ein wenig überflüssig