Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 142)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 144 — grammes einer Bewegung von einer Politik derselben überhaupt die Rede sein kann. Erst muss das Ziel feststehen, wenn man untersuchen will, wie es zu erreichen sei. Die Organisation aber erfordert als Voraussetzung völlige Klarheit über die Politik, denn erst, wenn man Sie Mittel kennt, welche zur Erreichung des Zieles zur Anwendung gelangen sollen, lassen sich die Organe schaffen, welche diese Mittel in Bewegung setzen können. In seinem Programm hat nun der erste Kongress nicht nur das Ziel der Bewegung festgelegt, sondern in der Formulierung der vier Punkte, die sich an dem Hauptgrundsatz anschliessen, auch die in Aussicht genommene Politik der Bewegung skizziert. Die Eigenart unseres genialen Führers bekundete sich in der Art und Weise, wie die im Programm festgestellte Politik praktisch durchgeführt wurde. Während die Anhänger der Kolonisation das Hauptgewicht auf den ersten Punkt, die Besiedelung des Landes legten, hielt Dr. Herzl es für angezeigt, vor Beginn der praktischen Kolonisation sich den Charter für Palästina, das heisst die Gewährung des ausschliesslichen Rechtes der Kolonisation und Selbstverwaltung (Autonomie) in diesem Gebiete unter der Souveränität der hohen Pforte zu sichern. Die Vorarbeiten hierfür waren ein tastendes TJmhersuchen nach Anknüpfungspunkten. Schliesslich gelang es Dr. Herzl, mit dem Sultan in direkte Verhandlungen einzutreten. Die Politik H e r z 1 s ging dahin, nach und nach die europäischen Grossmächte dafür zu gewinnen, seine Bemühungen um die Erlangung dieses Charters bei tder hohen Pforte zu unterstützen. Diese Regierungen sollten den menschenfreundlichen Zweck unserer Bestrebungen erkennen und die Ueberzeugung erlangen, dass die Lösung der Judenfrage im zionistischen Sinne nicht nur eine Linderung der Not des jüdischen Volkes bedeuten würde, sondern auch eine Beseitigung der Uebelstände, welche für die europäischen Staaten und die Einwanderungsländer der neuen Welt die Existenz der Judennot, die Judenfrage in unserem Sinn, mit sich bringt. Es ist hier überflüssig, festzustellen, bei welchen Regierungen diese Tätigkeit von mehr und bei welchen sie von weniger Erfolg begleitet war. Die Konzentrierung der politischen Arbeit auf diesen Punkt hatte zur notwendigen Folge, dass nur das kleine A. C. und sein Führer einen Einblick in die politische Entwicklung der Bewegung gewann. Teils weil die Politik der Bewegung im engeren Sinn nur einen kleinen Kreis von Personen beschäftigte, teils aber auch, weil die Erlangung des Charters als erstes politisches Ziel in immer grössere Ferne rückte und man aus gewissen Gründen,