Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 138)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476268--2350-3478489- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 140 — Del. Leon spricht englisch. Präsident Dr. Nordau: Ich glaube, der Kongress hat Herrn Leon verstanden. Ich wiederhole kurz, dass sein 'Antrag dahin geht, der Familie des verstorbenen nordamerikanischen Staatssekretärs John H a y den Dank des Kongresses und durch ihn den Dank des jüdischen Volkes für die freundliche Bereitwilligkeit und Teilnahme, die der verstorbene Staatsmann für das jüdische Volk in kritischen Augenblicken an den Tag gelegt hat, auszusprechen. Ich glaube, dieser Antrag wird angenommen werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Auf der Tagesordnung steht jetzt der Entwurf des Organisationsstatutes. Berichterstatter zu dieser Frage sind die Herren Dr. O. Kokesch und Dr. Bodehheimer. Del. Trietsch: Ich glaube, die Debatte über den Rechenschaftsbericht des A.-C. ist noch nicht beendet. Präsident Dr. Nordau: Gewiss nicht! Aber wir-halten die Frage der Organisation für so wichtig, dass wfr "erst diese positive Arbeit der Aenderung des Organisationsstatutes durchführen wollen, um dann zur formalen Arbeit überzugehen, die., in der Debatte, über den Rechenschaftsbericht liegt. Herr Dr. Kokesch ist gezwungen, Sie zu bitten, ihn zu entschuldigen, wenn er mit heiserer Stimme spricht. Seine Gesundheit ist leider eine sehr schlechte, und infolgedessen verbietet sich ihm jede körperliche Anstrengung. Sie werden aber jedes Wort verstehen, wenn Sie die Güte haben wollen, Ruhe zu bewahren. Referent Dr. Kokesch: Verehrter Kongress! Das engere Aktionskomitee ist bei der Abfassung des neuen Organisationsentwurfes von dem Gesichtspunkte ausgegangen, dass an dem bestehenden Statute so wenig als möglich geändert werden soll. " Wir sind der Ansicht, dass wir in unserer Bewegung keine Revolution, sondern eine Evolution brauchen. Wir haben die bestehende Organisation zirka sieben Jahre. In diesen sieben Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass gewisse Mängel und Lücken vorhanden sind. Es hat sich daher bei der Auffassung des neuen Entwurfes darum gehandelt, diese Mängel zu beseitigen und die Lücken auszufüllen. Einer der Hauptmängel des alten Statuts war das Verhältnis des engeren A. C. zum grossen A. C. Es waren keine Kompetenzbestimmungen, was für Rechte und Pflichten das engere und was für Rechte und Pflichten das grosse A. C. hat. Der neue Organisationsentwürf hält an dem Prinzipe fest, dass, sowie bisher, die Exekutive des Kongresses das A. C. bleiben soll, und er füllt diese Lücke aus, indem er die Kompetenzen der einzelnen Körperschaften, den engeren und grossen A. C, genau feststellt. Bei der Feststellung dieser Kompetenzen sind wir vom Gesichtspunkte ausgegangen, dass die Exekutive des Kongresses das grosse A. C. ist, dem die wichtigsten Beschlüsse vorbehalten bleiben müssen, das engere A. C. aber nur ein Ausschuss desselben, der allerdings vom Kongresse selbst eingesetzt wird. Das engere A. C. hat die Beschlüsse des Kon-