Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
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IV. TAG 30. JULI 1905 NACHMITTAGS-SITZUNG BEGINN: V46 UHR Präsident Dr. Nordau (mit lebhaftem Beifall begrüsst): Die Sitzung ist e r ö f f n e t. Die Herren Dr. Alexander JVI a r m o r e k , Dr. E. T s c h 1 e n o w , •und Dr. Kohan-Bernstein bringen folgenden Antrag ein, um dessen Annahme sie den hohen Kongress ersuchen: „Der Zionisten-Kongress spricht dem Mitgliede des Aktionskomitees, Herrn L. J. Greenberg, für die ausserordentlich mühevolle und pflichttreue Ausübung des Amtes eines Unterhändlers in Sachen des Ostafrikaprojektes seinen besten Dank aus." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) In der Aufregung dieser letzten Tage, in welchen wir über so Wichtiges zu verhandeln hatten, hatten wir nicht die Stimmung und Gemütsruhe gefunden, um die im Hintergrunde des Sitzungssaales aufgestellte Statue des trefflichen Bildhauers Glicenstein auf uns .wirken zu lassen und so zu würdigen, wie sie es verdient. Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit ganz besonders auf dieses Kunstwerk, das seinem Urheber und dem jüdischen .Volke Ehre macht. Die Statue ist, wie Sie ohne Zweifel bereits selbst erkannt haben, die Verkörperung der Gedrücktheit und zugleich 'der Stärke des jüdischen Volkes. Sie sehen eine mächtige Gestalt mit gewaltigen Muskeln, f fähig zu jeder grossen Tat, in sich zusammengesunken, niedergedrückt von der Wucht des Verhängnisses und brütend über ein ungerechtes Schicksal, das diesen Riesen zur Untätigkeit verurteilt. Ein Jude, der nicht genannt sein will, hat dieses Kunstwerk vom Urheber erworben, und dem jüdischen Volke mit der Bestimmung zum Geschenke gemacht, dass es in einem jüdisch-nationalen Gebäude, wann und wo ein solches errichtet werden wird, seine Aufstellung finden soll. (Lebhafter Beifall.) Hoffen wir, dass wir bald Gelegenheit finden werden, diesem hohen Kunstwerk Unterkunft zu gewähren. Inzwischen aber lade ich den hohen Kongress ein, dem Mäcen und guten Juden, dem wir dieses Kunstwerk verdanken, den Dank des Kongresses ausdrücken zu dürfen. (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.)