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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 72

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 72 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476268--2282-3478421
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— 72 — wollen. Wenn die Mauern Jerichos bloss dadurch fielen, dass wir in die Trompeten hineinbliesen, besonders, wenn es unser eigenes Schofar ist, dann hätten wir Palästina schon längst. (Heiterkeit.) Wenn Palästina durch Beredsamkeit zu gewinnen wäre, wenn wir für jede halbe Stunde Redens auch nur einen Quadratfuss Landes bekämen, so hätten wir nicht nur Palästina, sondern die ganze Wrelt erobert. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Aber unglücklicherweise, müssen wir Generäle und Admiräle haben. Hier ist unsere Schwierigkeit wieder der embarras de richesse. Wir haben wenigstens 9 Napoleons' und 10 Togos, und jeder hat einen verschiedenen Kriegsrat. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) In dieser Verwirrung tue ich, was ja auch das A. C. getan hat, ich gehe an das Grab unseres wahren Napoleon und Togo und frage unseren Herzl, was wir machen sollen. Er ist tot, seine Taktik aber ist uns bekannt. Herr Dr. Ntord/au hat gesagt, dass 20 Shilling einem Pfund gleich seien, und dass, wenn wir auch Herzl verloren haben, wir doch das entsprechende Kleingeld haben. Ich kann hierin nicht mit ihm übereinstimmen. Das Kleingeld für einen Napoleon ist doch noch kein Napoleon. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) In Herzls Feldzugsplan war es, irgend ein anderes autonomes Land als Mittel zu seinem Plane zu benutzen. Warum? Weil mit den gegenwärtigen Kräften alle anderen Mittel erschöpft waren. Der Kongress wird vielleicht sagen: wir wollen warten bis zu der Zeit, wo wir die geeigneten Kräfte haben werden. Das ist eine Meinung, die Berücksichtigung verdient. Andere wieder werden sagen, ja, wir wollen warten und zunächst einige von unseren jetzigen wenigen Kräften hinausdrängen. Ich gratuliere ihnen zu ihrer Weisheit. Herzl war aber wie Togo für Tätigkeit, gleichviel, wie gross sein Heer oder seine Flotte war. Es gab einen Moment, wo Herzl sehr nahe daran war, den Charter für Palästina zu erlangen. Es ist ihm aber nicht gelungen. Was war dann zu tun? Mun musste offenbar ein anderes autonomes Territorium in der Nachbarschaft Palästinas zu bekommen suchen. Das versuchte er auch. So versuchte er das - El Arisch-Territorium zu erlangen. Aber das Unternehmen scheiterte. Dann erst kam der Gedanke eines autonomen Territoriums ausserhalb der Nachbarländer Palästinas. Er musste sich entscheiden, ob er dieses Territorium ablehnen wollte, um Kleinkolonisation in Palästina zu treiben. So sehnsüchtig sein Herz an Palästina hing, so musste sein Verstand sich nach Afrika wenden. . Da das Basler Programm lautet: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk eine öffentlich-rechtliche gesicherte Heimstätte in Palästina, hat Herzl eingesehen, dass, wenn auch Kleinkolonisation in Palästina möglich wäre, dies weder öffentlich-rechtlich noch eine gesicherte Heimstätte bedeuten würde. (Beifall.) Welchen Weg er wählte, es war immer eine momentane Abweichung vom Basler Programm. Deshalb hat keine Partei das Recht, die andere eines Verrats am Basler Programm zu zeihen. Ich habe mit dem tiefsten Respekt die Broschüre des Herrn U s s i s c!h - km „Unser Programm" gelesen. Ich freue mich, dass unsere Rasse solche edle Idealisten, solche herrliche Träumer hervorbringt. (Lebhafter Beifall.) Aber jedes Wort beweist, dass er nur ein Träumer ist und kein Togo. Sein Plan, Palästina zu erlangen, basiert auf zwei Voraussetzungen; der einen, die in ähnlicher Weise Dr. N o r d a u unserem Herzl zugeschrieben hat, über die aber Herzl hinausgewachsen ist, nämlich, dass Ussischkin der Meinung ist, General U ssischkin habe ein grosses Heer von L ssischkins hinter sich, und zweitens, dass der Sultan der Türkei — ein Narr sei. (Heiterkeit und Beifall.) Glauben Sie, dass der Sultan mit verschränkten Armen uns etwas wird nehmen lassen, was er uns zu geben verweigert hat? Das ganze

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