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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 66

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 66 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476268--2276-3478415
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— 66 — In diesem unbefriedigenden Zustand befand sich die Angelegenheit, als unser unvergesslicher Herzl uns genommen wurde. Einige Wochen vor seinem Tode hatte er mir einen Brief mit Instruktionen geschrieben, in welchem er sagte: „Ihr, meine Freunde, könnt jetzt eine Probe für meinen-Todesfall machen und die Geschäfte einstweilen ohne mich weiterführen.4' — Im Vordergrunde dieser Instruktionen stand die Aussendung der Kommission nach Ostafrika, und dasjenige, was ihm augenscheinlich von erster Wichtigkeit schien, war unausführbar. Das jüdische Volk — bedenkt dies, brauchte ein wrenig Geld. Man konnte leicht erkennen, weshalb Dr. Herzl solchen Wert auf die Kommission legte. Wäre er nicht imstande gewesen, es zu tun, so wäre unsere Bewegung zum Gelächter der Welt geworden. Man hätte uns in der Tat mit Recht „Visionäre" nennen können, indem der Kongress einen Entschluss von solcher Wichtigkeit gefasst hatte und unsere Leute diesen Beschluss durch nichts unterstützen wollten als durch Applaus in Antwort auf Gegnerschaft. Das Judentum war in einer schlimmen Lage. Herzl tot, und das Ostafrikaprojekt, welches mit einem Schlage den Status unserer Bewegung in den Augen der Welt als ein praktisches Unternehmen gestempelt hatte, den Spott unserer Gegner und das Mitleid der uns Zuneigenden, wegen unserer Impotenz herausfordernd. „Dies Volk," hätte es geheissen, „welches es unter^ nehmen wollte, Palästina zu gewinnen, hatte auch beschlossen, eine Kommission nach Ostafrika zu senden. Es hatte sich unfähig gezeigt, diesen letzten Beschluss auszuführen, welche Aussicht hatte es in betreff des ersteren?" Und die Welt, welche nicht mit Parteidifferenzen rechnete, welche kleine Meinungsverschiedenheiten nicht in Betracht zog, würde nur einen totalen Zusammenbruch bei der ersten praktischen Arbeit, die an uns gelangte, gesehen haben. — Nun wohl. Er, der über Israel wacht, schlummert nicht, noch schläft er, und die Erlösung kam von einer gänzlich ungeahnten Seite. Ein Christ, der unserer Bewegung sympathisch gegenüber stand, frug mich im Laufe einer Unterredung, wann die Kommission nach Ostafrika gehen würde. „Wenn wir das Geld haben," erwiderte ich. Und nachdem er sich nach dem Betrag erkundigt hatte, sprach er von andern Dingen. Mit der Post des nächsten Morgens erhielt ich ein Schreiben von diesem Freund, in welchem er sich erbot, die ganze für die Kommission erforderliche Summe — einige 1600 Lstr. — beizusteuern (lebhafter Beifall); und unser guter Freund, Herr Moser in Bradford, stellte eine Gabe von 200 Lstr. zu meiner Verfügung. (Erneuter lebhafter Beifall.)

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