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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 54

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 54 (sequence 52)
Language
German, English, Hebrew
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— 54 Präsident Dr. Nordau: Ich habe keinen Beschlussantrag gestellt, und infolgedessen sehe ich nicht ein, welchen Zweck eine Polemik gegen meine Worte hätte. Del. Dr. N. Syrkin: Ich kann die Auffassung, dass die Worte des Herrn Dr. Nordau nur eine Dankrede für seine Ernennung zum Kongresspräsidenten waren, nicht teilen. Es war das eine durchaus politische Rede, welche vielleicht mit unseren heiligsten Gefühlen und Empfindungen in Widerspruch steht. (Beifall. — Lebhafter Widerspruch, Zischen und Schlussrufe.) Präsident Dr. Nordau: Ich will Ihnen ein Mittel angeben, um diesen Gegenstand nach Ihrer Art zu behandeln. Beantragen Sie ein Misstrauensvotum gegen mich. -Wenn mir dieses Misstrauensvotum erteilt wird, werde ich diesen Platz sofort räumen, ich gebe Ihnen mein Wort darauf. Dann werden Sie recht haben und Ihren Willen durchgesetzt haben. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall.) Del. Dr. N. Syrkin: Ich danke dem Herrn Präsidenten sehr, dass er mir dieses formelle Mittel in die Hand gegeben hat, das zu sagen, was ich eigentlich sagen wollte. Er macht mir den liebenswürdigen Vorschlag, hier ein Misstrauensvotum gegen ihn zu beantragen. Nun muss ich doch dieses Misstrauensvotum begründen. Ich gehe also über zur Beantragung eines Misstrauensvotums. (Stürmischer Widerspruch und Zwischenrufe. — Rufe: Pfui! Pfui! Hinaus! Herunter von der Tribüne! Sie haben versprochen, nicht zu reden! — Andauernder Lärm.) Präsident Dr. Nordau: „Pfui!" ist kein parlamentarischer Ausdruck. Bewahren Sie die Ruhe, damit der Redner sprechen kann. . Sie werden ja dann abstimmen. (Erneute lärmende Zwischenrufe. — Del. Dr; Heinrich Löwe: Heraus mit dem Kerl! Er wird nicht reden! Sie werden nicht sprechen! Sie werden aus dem Saale herausfliegen!) Del. Dr. N. Syrkin: Ja, meine Herren, von mir ist dieser Antrag nicht ausgegangen, sondern von unserem verehrten Herrn Präsidenten. (Andauernder Lärm.) .Ich nehme jetzt das Wort zur Rede des Herrn Dr. Nordau. Präsident Dr. Nordau: Meine Rede steht nicht auf der Tagesordnung. Zuerst muss der Punkt, der auf der Tagesordnung steht, erledigt werden. Jetzt steht der Rechenschaftsbericht des A. C. zur Erörterung. Dazu können Sie sprechen. Wenn Sie einen Antrag stellen wollen, wozu Sie das Recht haben, müssen Sie das an der Stelle tun, die dafür vorgesehen ist, das ist der Punkt „Eventualia". Del. Dr. N. Syrkin: Das haben Sie mir aber früher nicht gesagt. Die Leitung des Kongresses findet es also für richtig, dass von seiten des. Präsidenten eine persönliche Rede gehalten werden kann, ohne dass dagegen Widerspruch erhoben werden kann. Das muss ich hier feststellen. Ich weise darauf hin, dass ich das Misstrauensvotum an dieser Stelle nicht habe beantragen wollen, sondern dass ich dazu vom Präsidenten verleitet worden bin. (Gelächter und Zwischenrufe.) Jetzt habe ich nur noch einige Worte zur Geschäftsordnung zu bemerken. Präsident Dr. Nordau: Nicht zur Geschäftsordnung! Sie haben das Wort nur zur Tagesordnung. Del. Dr. N. Syrkin: Was steht auf der Tagesordnung? (Lebhafte Heiterkeit und Zwischenrufe.) Präsident Dr. Nordau: Sie haben das Wort nur zum Rechenschaftsbericht des A. C.

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