Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 23)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 25 — J Worte zu fassen ist. Dieser Masseherscheinung gegenüber | müssen wir mit tiefem Schmerz und Beschämung unsere Ohn- | macht bekennen. Wir haben den Wandernden weder ein Land f zu bieten, wohin sie getrost ihre Schritte lenken könnten, noch können wir ihnen durch Unterstützung mit Geld die Reise und die Begründung eines neuen wirtschaftlichen Daseins in der Fremde erleichtern. Was wir aber könnten, das wäre, in Einschiffungs- und Landungshäfen, an Grenzstationen und Verv" kehrsknotenpunkten zionistische Einrichtungen zu schaffen, die dem Wanderer Rat erteilen, Schutz gewähren, Auskünfte über die Reisegelegenheiten und die Arbeitsverhältnisse geben würden. Der moralische Wert solcher Einrichtungen ist hoch anzuschlagen. Die Fahrt ins Unbekannte würde einen Teil ihrer Schrecken verlieren, wenn der gedrückte, vor der Zukunft '■ bangende Wanderer sich vom organisierten Teil seines Volkes - an der Hand genommen, geführt, behütet und betreut fühlen würde! ... Eine Bewegung, die einen grossen. Teil des arabischen c Volkes ergriffen hat, kann leicht eine Richtung nehmen, die auch Palästina berühren würde. Dann würde das Land unserer Vv - Väter wieder einmal, wie so oft im, Laufe der Geschichte, in den Mittelpunkt des politischen Weltinteresses gerückt sein. ■ Die türkische Regierung würde sich vielleicht in die Notwendig- ' keit versetzt sehen, ihre Herrschaft in Palästina und Syrien / gegen ihre eigenen Untertanen mit der Waffe in der Hand zu /. verteidigen. Die europäischen Mächte würden in die schwere * Verlegenheit kommen, die jedesmal eintritt, wenn die bestehende Ordnung in einem Lande bedroht ist, an dessen - -; Grenzen ihre gegenseitige Eifersucht Wache hält. Bei dieser p Sachlage könnte es dann der türkischen Regierung einleuchten, I dass es für sie von ausserordentlichem Werte wäre, in Palästina J S und Syrien ein zahlreiches, kräftiges und wohlorganisiertes Bej d völkerungselement zu besitzen, das bei voller Achtung der j Rechte der vorgefundenen Einwohnerschaft keine Angriffe auf 3 die Autorität des Sultans dulden, sie vielmehr mit dem Aufgebot % aller Kräfte verteidigen würde. Auch Europa würde es wohl /■ als einen ihm geleisteten Dienst ansehen, wenn das jüdische f: Volk durch seine friedliche, doch energische Besetzung Palästinas gewaltsame Aenderungen der dortigen Souveränitäts-;| Verhältnisse verhüten und eine Intervention der Mächte über- J| flüssig machen würde, deren Gefahren der Diplomatie nur zu % bekannt sind. (Lebhafte Zustimmung.) Aber damit das jüdische II Volk die hier angedeutete Rolle spielen könne, muss es der Türkei und Europa Vertrauen zu seinem Willen und seinen Fähigkeiten einflössen. Dieses Vertrauen müssen wir uns ver-