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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 24

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 24 (sequence 22)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 24 — sich ungehindert zu tüchtigen Bürgern des einstigen Judenlandes heranbilden. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Wir wissen, dass an gewissen Stellen mit teuflischer Planmässigkeit Judengemetzel angestiftet werden, in der zugleich nichtswürdigen und törichten, Annahme, durch neue Verbrechen einem verurteilten System noch eine Galgenfrist zu verschaffen. (Stürmische Unterbrechungen seitens der sozialdemokratischen Delegierten aus Russland. — Lärmende Zwischenrufe des Del. Dr. S y r k i n. — Rufe: S y r k i n, hinaus!) Dieser Anschlag wird nicht gelingen. Der Zionismus hat die Juden Mannhaftigkeit gelehrt. Sie werden sich gegen feige Angriffe so nachdrücklich zur Wehre setzen, dass die vertierten Helfershelfer der amtlichen Impresarii von Raub und Mord Pogroms als gefährliche Abenteuer zu fürchten lernen sollen. Die strengste Gesetzesachtung, deren der Zionismus in Russland sich stets befleissigte, hat ihn nicht vor dem Schicksal bewahrt, vom Beamtentum tückisch verfolgt zu werden. Er lässt sich das nicht anfechten und geht unbeirrt seinen Weg, den Weg der Freiheit, der Gleichheit'und der Brüderlichkeit, der Brüderlichkeit mit allen, die Russland ein neues Leben bereiten wollen. Jüdische Volkspolitik zu machen ist schwerer als jede andere. Die Interessen der Völker stehen einander schroff gegenüber und wer sein Eigenes wahren will oder auf Erwerbungen ausgeht, der muss Bündnisse suchen und Gruppen beitreten. Uns ist diese einfache und bewährte Methode versagt, denn jede Macht hat ihre Juden, die ihr gewissermassen als Geisel für das Judentum dienen, und wir können nicht für eine verbündete Gruppe oder Regierung Partei nehmen, ohne unsere Brüder, die in der Gewalt der gegnerischen Gruppe oder Regierung sind, zu gefährden. Am besten entgehen wir dieser schiefen Lage, wenn wir uns nicht etwa dem einen oder anderen Volke in internationalen Fragen anzubiedern suchen, sondern jedem Volke gegenüber immer betonen, dass wir Juden sind, die Sache des jüdischen Volkes führen, und an der Verwirklichung jüdischer Ideale arbeiten. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Internationale Sympathien sind uns als einzelnen Menschen gewiss nicht verwehrt. Wenn wir sie aber als Volk aufdringlich -hervorkehren, so begehen wir einen schweren politischen Fehler. Der Gegenstand dieser Sympathien weiss uns für sie keinen, Dank und seine Gegner machen wir uns ohne Not zu Feinden. Die Judenwanderung nimmt von Tag zu Tag einen grösseren Umfang an. Sie bedeutet eine Summe von Entbehrungen und Leiden, von Angst und Verzweiflung, die kaum in

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