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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · p. Seite 12

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 12 (sequence 10)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 12 — Spinozas immer Brillengläser schleifen, seine Cincinnatus immer den Pflug führen müssen, und nicht einmal den eigenen. Wenn Herzl sich unterfing, Geschichte machen zu wollen, so war es, weil er überzeugt war, dass 12 Millionen Menschen, seine zwölf Millionen einer unvergleichlichen Auslese, das Recht und die Macht hatten, Geschichte zu machen. Diese Ueberzeugung hielt ihn in allen Widerwärtigkeiten aufrecht, mit ihr ist er gestorben — und wir haben sie von ihm geerbt. Herzl war ein Willensgenie; sein Wille war das Grösste in seiner grossen Natur; nichts konnte diesen demantenen Willen abnutzen, nichts seine unwiderstehliche Spitze abstumpfen. Dieser Wille, von einem erhabenen Glauben, einer unerschütterlichen, fast mystischen Zielsicherheit geleitet, hätte Berge versetzt, wenn ihm dazu Zeit gelassen worden wäre. Der Tod hat ihn zu früh gebrochen und dadurch das jüdische Volk eines unersetzlichen Baugeräts für seine Wiederaufrichtung beraubt. Sein Glaube, seine Zielsicherheit, sein Wille gaben ihm immer neue Kombinationen ein. Schlug eine fehl, nicht durch ihre Mangelhaftigkeit oder seine Schuld, immer nur durch Mangel an Unterstützung, so ersetzte er sie sofort durch eine andere, und die folgende war jedesmal überraschender, kühner, geistreicher als die vorherige. Was er in den neun Jahren seiner Volksführung an Staatsgedanken und diplomatischen Plänen hervorbrachte, das würde genügen, um zehn Ministern eingerichteter Normalstaaten die Unsterblichkeit zu sichern. Nun ja, er war eben ein fruchtbarer Märchendichter, spotten die Gegner. Ich aber wiederhole mit ihm: „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen." Unser Volk hat einen Herzl gehabt, aber unser Herzl hat kein Volk gehabt. Das verkleinert nicht ihn, nur uns. Das allein ist daran schuld, dass die ungeheure Anstrengung, die ihn das Leben kostete, verhältnismässig geringe sachliche Ergebnisse schuf. Um so reicher aber sind ihre moralischen Ergebnisse. Herzl war ein Vorbild und ein Erzieher. Er hat ein gebrochenes Volk gerade gerichtet. Er hat ihm Hoffnungen geschenkt und Wege gezeigt. Er hat mit grossartig weitem Schwünge gesät und die Saat wird aufgehen und sein Volk wird ernten. Ich aber glaube nicht passender schliessen zu können als mit diesen Strophen einer Trauerkantate, die ich für einen Tondichter verfasst habe: „Ewig in 'des Volks Gedächtnis Lebt dein Werk' und lebt dein Bild. Sieh! Wir hüten dein Vermächtnis Treu, den stolzen Davidsschild/*

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