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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 340

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 340 (sequence 341)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2184-3478322
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— 340 — einen grossen Notbehelf vorsehlagen und wollte, da ich inzwischen eure Herzen kennen gelernt habe, euch ein tröstendes, altes Wort sagen, zugleich eine Verpflichtung für mich, in der Sprache unserer Väter: wa* rDttfn d^ent '-[mm dk „Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, verdorre meine Rechte 1" (Tosender, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händeklatschen. 3. — Im Saale und auf den Galerien Schwenken der Hüte und Tücher. — Stürmische Rufe: Hoch Herzl!) Das aber, was ich euch wie ein tröstendes Wort sagen wollte, das habe ich gar nicht notwendig gefunden; denn wie ich ebenfalls schon mitgeteilt habe, hat sich eine neue Aussicht, grösser als je vorher, für Palästina eröffnet, in der versprochenen Hilfe der russischen Regierung. Also durchaus kein Durehbruch, keine Aenderung, keine Abweichung vom Baseler Programm. Und da möchte ich auf einen rührenden Zwischenfall in dieser namentlichen Abstimmung zurückkommen. Als sich hier die einen von den andern sonderten, da wurde auch der Name eines Mannes verlesen, der heute ein alter Mann ist und sein ganzes Leben dem Palästinadienste gewidmet hat, das war einer von den Unbekannten, nicht Unbekannten, aber Bescheidenen, im Hintergrunde Bleibenden, und als sein Name aufgerufen wurde bei der Abstimmung, da habe ich es erwartet, dass er selbstverständlich mit „Nein" abstimmen würde. Es ist Dr. Josef Chasanowitsch, und dieser Mann hat mit „Ja" gestimmt, weil er Vertrauen zur Führung hat. Und soll ich Ihnen weiter erwähnen, dass die Rabbiner, die Zion nicht aus dem Gebetbuche gestrichen haben wollen, der Oberrabbiner von Florenz, die Rabbiner von Lida und Sopotzkin auch mit „Ja" gestimmt haben? Aber brauche ich denn Bürgen? — es ist vielleicht das erste unbescheidene Wort, dass man mir vorwerfen kann, das ich von dieser Stelle spreche —: Der Bürge bin ich selbst, dass an diesem Baseler Programm, an dem ich mitgewirkt habe, nichts geändert wird. Warum hätte ich nach meinen Kräften beigetragen, diesen Kongresszu schaffen, diesen Kongress, der im Kleinen auch schon manches Rudiment, manchen Anfang künftiger besserer Einrichtungen zeigt? Wir haben die ersten Ansätze zu Reformen, die anderswo noch lange, Träume bleiben werden; wir haben die Gewissensfreiheit und auf nationaler Grundlage die Achtung aller religiösen und politischen Ueberzeugungen, wir haben das gleiche Recht der Frau, die genossenschaftliche Vereinigung der Schwachen und noch vieles andere, in unserem Programme festgelegt. Dieser Kongress ist unsere erste Institution und ich wünsche, dass er immer unsere beste, höchste und würdigste bleiben soll, bis wir ihn hinüber nehmen in das schöne Land unserer Väter, das wir nicht zu untersuchen brauchen, um es zu lieben. (Lange anhaltender stürmischer Beifall und Händeklatsehen.)

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