Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 340)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 339 — und auch Schweres durchgemacht. Zum Erfreulichen rechne ich vor allen Dingen den Willkommgruss, den der VI. Kongress zum erstenmal von der jüdischen Gemeinde in Basel erhalten hat. (Beifall.) Es war ein schwerer, aber lassen Sie es mich sagen, auch ein grosser Kongress, nicht nur durch die Zahl der Teilnehmer, sondern auch durch die Gestalt unserer Verhandlungen. Man hat auf eine eigentümliche Weise gesehen, dass man auf die Zionisten rechnen kann. Ich sehe die Wahrheit des Wortes: On ne s'appuie que sur ce qui resiste. „Man stützt sich nur auf dasjenige, was widersteht," und so haben wir bei einer sehr bedeutenden Abstimmung, in der wir alle namentlich die Verantwortung für das, was wir getan haben, übernehmen wollten, gesehen, dass ein grosser Teil des Kongresses, vielleicht mancher mit schwerem Herzen, vor allem es für notwendig gefunden hat, das Vertrauen zur Führung zu bekunden, weil es dieser Teil des Kongresses, herausgefühlt und verstanden hat, dass sich die Führung in einer schweren Lage befindet. Aber auch den andern ist kein Vorwurf zu machen; denn sie haben nur bekundet, dass Sie zur Sache stehen. Allerdings muss ich Ihnen sagen, dass man in der Luftlinie nicht immer gehen kann. Die Luftlinie ist so lange nicht praktikabel, so lange es keine lenkbaren Luftschiffe gibt und so lange man nicht in den Wolken wandeln kann. Wäre es möglich, immer in der Luftlinie auf das Ziel loszugehen, dann brauchte man keine Führer; denn wo Zion ist, das wissen alle die Führer, die Ihnen dazu den Weg zu suchen bestrebt •sind. Das ist eine recht komplizierte Frage. Ich will von dem Vielen, was hineinspielt, in diesem Augenblicke nur das Wirtschaftliche erwähnen. Ich glaube nicht, dass wir unsere Massen erst weiter verelenden lassen müssen, um sie zu starken Zionisten zu machen. Ich glaube, dass ihre Stärkung auch den Zionismus stärkt. Aber es muss, weil hier manches Missverständnis aufgekommen ist, es muss in diesem Augenblick des Abschiedes gesagt werden, was ich bei der Eröffnung dieses Kongresses sagte, und wenn Sie meine inzwischen vergessenen Worte wieder durchlesen, so werden Sie vielleicht finden, dass sie sich in der Eede eines der sogenannten Neinredner ganz gut ausgenommen hätte: „Zion ist dies freilich nicht und kann es nie werden." Und wenn vielleicht mancher dies für eine Phrase halten wollte, es stand weiter ein förmliches Engagement: „Das Zeichen zum Aufbruch werden und können wir unsern Massen daraufhin nicht geben." Und darum darf ich wohl sagen, nach allem, was vorgekommen ist, dass in keiner Sekunde und mit keinem Gedanken das Baseler Programm verlassen worden ist. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Als ich dachte — in einem der schweren Augenblicke, an denen es nicht fehlte — als ich dachte, alle Hoffnung sei für eine absehbare Zeit, also für die Dauer eines Menschenlebens etwa verloren, da wollte ich euch 22*