Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 338)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 337 — DeL ^Syriern-: Dann stelle man sie nicht im letzten Augenblicke- •auf. (Ruf: Alle Landsmannschaften haben die Sache beraten!) Ich erkläre (Rufe: Sehlnss, Ruhe!), dass dieses Verfahren im Widerspruch zu demjenigen Geist unserer Organisation ist, welcher sämtlichen Herren vorschweben sollte. Präsident Dr. Hcrzl: Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass 'diese Abstimmung ganz kurz und deutlich sein kann; diejenigen, welche »gegen die Erhöhung auf 200 sind, geben damit zu erkennen, dass sie noch eine Debatte wünschen, die nicht mehr auf diesem Kongress stattfinden kann, sondern erst auf dem nächsten. Ich bringe also diesen Antrag zur Abstimmung.. Die dafür sind, dass die Zahl auf 200 in den •(kuppen erhöht wird, wollen die Hand erheben. Die Delegierten Temhin und Eh~ker (übersetzen dies ins Russische und Englische). (Die Abstimmung wird vorgenommen.) Präsident Dr. Iler.zl; Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt ) Angeno mme n. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat Herr Dl M a r g u 1 i e s. Del. Dr. Margidies: Der sechste Zionistenkongress neigt seinem Ende zu, und uns überkommt in diesem Augenblicke eine Stimmung -ähnlich derjenigen, welche die jüdische Seele überwältigt an dem Ausgang unseres heiligsten Tages, am Ausgang des Jörn Kippur. Auch hier hat .die jüdische Seele einen heissen Kampf mit sich selbst zu bestehen gehabt; hier hat sie mit sich selbst schwer und schmerzlich gekämpft und gerungen; aber auch hier hat sie dank der weisen und liebevollen Leitung unserer verehrten Führer sich hindurchgerungen zur Versöhnung der Gegensätze, zu friedvollem Hoffen und zu freudigem Erwarten. Ja, meine verehrten Kongressniitglieder, die Woche, auf die wir zurückblicken, war eine Woche, deren welthistorische Bedeutung von niemand wird verkannt werden können, die vielleicht einen der wichtigsten, einen der glücklichsten Wendepunkte in der Geschichte unseres Volkes bildet. In der Tat: führen wir uns nur noch kurz einmal die Bedeutung der Arbeit der vergangenen Woche vor Augen, führen wir uns noch einmal die Bedeutung vor Augen des Anerbietens des mächtigen britischen Volkes an unser jüdisches Volk. Auch im Mittelalter, meine Verehrten, haben Pürsten und Staaten mitunter einzelnen Juden oder Judengruppen das Anerbieten gemacht, bei ihnen sich niederzulassen, aber lediglieh zu dem Zwecke, dass sie für Pürsten und Staaten die Kastanien aus dem Peuer holen und sich dabei die Pinger gründlich verbrennen. JSTaeh dem bekannten Schwammsystem benütze man den Juden bloss dazu, um die Bevölkerung auszubeuten und dann ihn selbst, wenn er gründlich ausgepresst war, dem Hasse und der Verfolgung des Pöbels preiszugeben. Ganz anders, meine verehrten Kongressmitglieder, 22