Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 326)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 325 — Del. Kremenezky: Es dürfte Ihnen allen bekannt geworden sein, dass die Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank beschlossen hat, für das abgelaufene Jahr eine Dividende von ca. 2 Prozent zu bezahlen. In Anbetracht dessen, dass die meisten unserer Aktionäre ja nur Aktien zu einem Pfund besitzen und die Behebung dieser kleinen Dividende an Porto mehr ausmachen dürfte als die Dividende selbst, erlaube ich mir, Ihnen im Namen des A.-C. einen Vorschlag zu machen: Das A.-C. stellt den Antrag, der Kongress möge beschliessen, es sei den Zionisten, welche Aktionäre der Jüdischen Kolonialbank sind, zu empfehlen, die in der Generalversammlung dieser Bank beschlossene Dividende dem A.-C. zu dem Zwecke zur Verfügung zu stellen, um die Kosten der El-Arisch-Kommission und der Palästina-Kommission, die gestern beschlossen wurde, zu decken und zwar mögen die Coupons durch die Vereine gesammelt und dem A.-C. eingesandt werden. Auf solche Weise entstehen fast gar keine Spesen, und wir glauben, auf diese Weise die Dividende aufs beste verwerten zu können. Ich möchte, meine Herren, Ihnen aufs wärmste empfehlen, das zu tun. (Lebh. Beif.) Del. Dr. Kahn: Ich habe die Ehre, dem Kongresse mitzuteilen, dass unser Gesinnungsgenosse, der Künstler E. M. Lilie n, aus einem gewonnenen Rechtsstreit mit Zionisten einen Betrag von 300 Kronen anerkannt bekommen hat und davon 240 Kronen dem jüdischen Nationalfonds vermacht hat, den weiteren Betrag von 60 Kronen als gewesener Neinsager für die Ostafrika-Expedition spendet. (Beifall.) Del. Rabbiner Reines (Jargon) gibt die Anregung, zum Laubhüttenfest die Ethrogim nicht mehr aus den griechischen Plätzen, sondern aus Palästina zu beziehen. Auch im diesem Jahre steht dem kein Hindernis entgegen. Wer dies verweigere, missachte die religiösen Gesetze. Präs. Dr. Herzl: Das Wort hat Herr Dr. N o r d a u. Del. Dr. Nordau: Von zahlreichen Kongressmitgliedern ist folgender Antrag eingebracht worden (liest): Wir beantragen, dass der Kongress beschliesse, die Nationalbibliothek in Jerusalem mit 2000 Fr es. zu unterstützen. (Beifall.) Ferner möge jeder zionistische Verein jährlich der Natioualbibliothek in Jerusalem mindestens 3 Rubel widmen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das A.-C. erklärt sich mit beiden Teilen des Antrages einverstanden. (Grosser Beifall.) Präs. Dr. Herzl: Wird hiergegen ein Widerspruch erhoben? (Niemand meldet sich.) Angenommen. Del. Dr. Nordau: Ein Antrag, von 20 Kongressmitgliedern unterzeichnet, ist vorgelegt worden, lautend: ,,Wir stellen den Antrag, dass die Redaktion der „Welt" von einem vom Kongress gewählten Aufsichtsrat geleitet wird." Del. Redakteur Dr. Werner: Ich erlaube mir, dem Kongresse mitzuteilen, dass dieser Antrag deshalb gegenstandslos ist, weil dies bereits der Fall ist. Das A.-C, resp. zwei Mitglieder desselben bilden einen ständigen Aufsichtsrat, dem ich als Redakteur wichtige Sachen aus freiem Willen vorlege. Wenn der Kongress meint, dass ich zu wenig Stücke dem Aufsichtsrat vorgelegt und vielleicht manche Fehler gemacht habe, so geht das mich an, denn das ist meine eigene Entscheidung, was ich vorzulegen habe.