Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 294)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 293 — Der Antrag des Herrn Dr. W o r t s m a n n lautet (wiederholt denselben) : Del. Dr. Farbstein (zur Geschäftsordnung): Ich beantrage, dass vor der Abstimmung noch die beiden Referenten, Herr Kremenezky und der Sprechende zum Worte kommen sollen, denn es ist klar, dass die Referenten sich über die gestellten Anträge äussern sollen. Del. Dr. Bodenheimer: Sie sind im Begriffe, etwas Unmögliches zu beschliessen. Sie haben eine Nationalfondskommission gewünscht. Diese Kommission hat über das Statut beraten. Das Statut kann heute auf den Wunsch der russischen Mitglieder der Nationalfondskommission nicht verwirklicht werden, weil die Herren eine Verschiebung wünschen. Nachdem das Statut noch nicht angenommen worden ist, wir auch nicht wissen, in welcher juristischen Form das Statut gekleidet werden kann, so können wir unmöglich hier Dinge beschliesseu, die davon abhängig sind, in welcher Form, in welchem Lande der Nationalfonds gebildet wird. Wenn der Kongress beschliesst, dass, falls eine Stiftung geschaffen wird, in die Zwecksbestimmung und in die Statuten dieser Stiftung eine Bestimmung aufgenommen werden soll, dass dieser Zweck auf ewige Zeiten nicht geändert werden soll, dann stehen ihm die verschiedensten Gesetze in verschiedenen Ländern entgegen, und dann hat der Kongress etwas beschlossen, was die Nationalfondskommission überhaupt nicht ausführen kann. Die Folge davon wäre, dass die Kommission erklären wird, sie könne kein Statut machen, und dann werden wir bis zum nächsten Kongress ohne Statut sein. Die Nationalfondskommission besteht aus den Männern Ihres Vertrauens; Sie werden sie wählen, Sie werden diesen Männern Ihre Instruktionen und Wünsche geben. Der Kongress hat mehrere Stunden über die Sache gesprochen, die Nationalfondskommission ist verpflichtet, alle diese Wünsche ernstlich auf die Möglichkeit ihrer-Verwirklichung zu prüfen und Sie können der Kommission das Vertrauen schenken, dass sie das Richtige finden und beschliessen wird. Ich möchte Sie dringend bitten, nachdem Sie eben jetzt die Gesamtheit der Anträge nicht der Kommission übergeben haben, wenigstens bei jedem einzelnen Antrage zu beschliessen, dass er der Nationalfondskommission überleben werde, wenn nicht die Kommission erklärt, dass die Verwirklichung irgend eines bestimmten Antrages sofort im Plenum beschlossen werden kann. Gegen den eben verlesenen Antrag aber muss ich mich wenden, denn er wird der Nationalfondskommission ihre Arbeit unmöglich machen. Del. Prof. Dr. Belkowsky (übersetzt die Ausführungen des Vizepräsidenten Dr. Bodenheimer ins Russische). Vizepräs. Dr. Nordau: Der Antrag des Herrn Dr. Bodenheimer ist erstattet. Es handelt sich darum, jeden einzelnen Antrag dem zu wählenden Nationalfonds-Ausschusse zuzuweisen und die Erklärung desselben abzuwarten, ob keine juristischen Bedenken vorliegen, die die Ausführung unmöglich machen würden, und erst dann definitiv die Beschlüsse anzunehmen, wenn derartige juristische Bedenken nicht vorliegen. Wer für die Annahme dieses Antrages ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag des Herrn Dr. Bodenheimer ist angenommen. (Beifall.) Das nächste wird die Wahl des Ausschusses sein. Sie werden sich über die Personen Ihres Vertrauens, die Sie in diesen Ausschuss wählen wollen, zu einigen haben. Die Wahl selbst wird zuerst im Permanenzausschusse beraten und morgen vorgenommen werden. Prof. Dr. Belkowsky (übersetzt diese Mitteilung ins Russische). Mr. de Haas (ins Englische). (Unruhe.)