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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 246

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 246 (sequence 247)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2090-3478228
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— 246 — das, was ausserhalb der Gemeindeverwaltung privat für diesen Zweck gesammelt und ganz einfach von jedem Bai Bais ausgegeben wird, unvergleichlich mehr als die offizielle Subskriptionsliste beträgt. So verhält es sich auch mit vielen anderen Zweigen der Wohltätigkeit. Die Ziffern der in der Kleinphilanthropie aufgehenden Summen lässt sich eben gar nicht berechnen. Die Kleinphilanthropie ist eine Notwendigkeit, wie alles, weiches historisch in den gegebenen Verhältnissen sich entwickelt hat. Der Gedanke, den Wert dieser Wohltätigkeit zu unterschätzen, liegt mir fern. Ich möchte nur die volkstümliche, in Mamme Loschon gehaltene Frage stellen: Was wird der Taehlith sein? Tachlith-Philanthropie muss um die Erreichung eines eigenen Heims kämpfen. Eine Frucht dieser Erkenntnis ist nur bei der unbedingtesten Wahrhaftigkeit zu erwarten, nur wenn die grosse Masse des Volkes es empfindet, dass es Pflicht eines jeden Juden ist, nicht nur für den einzelnen, sondern auch für das Volk zu wirken. Und wenn die Gemeinde und Vereine eine positive Stellung zum Zionismus genommen haben, so widmen sie ganz einfacheinen Teil ihrer Einnahmen dem zionistischen Zwecke und die Aufgabe ist gelöst. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dieser Gedanke ist so natürlich, dass er Vielen naiv erscheinen wird. Denn naiv und natürlich sind wir, wir komische Judenmenschen, die so wenig Rücksicht nehmen, auf die erkünstelten Kombinationen einer Kahal-Kultus- Statuten-Politik und uns unterstehen, so offenherzig unsere Forderung zu stellen, dass die Philanthropie einen nationalen Zweck suche. Dass wir den einseitigen Gwirim-Kultus, die Verknöcherung, den Formalismus bekämpfen, die Ordnung in den reaktionären, das Jüdische in den fortschrittlichen philanthropischen Anstalten fördern werden, ist ein notwendiges Ergebnis unserer Tätigkeit. Wir sind jüdischer und volkstümlicher als die andern, weil wir einen jüdischen Zentralgedanken haben. Heber diesen Punkt will ich mich nicht aufhalten. Es genügt, auf den direkten Zusammenhang, der zwischen jüdischer Philanthropie und Zionismus besteht, hingewiesen zu haben. Und zum Schluss noch Eines: Viel wurde von Eroberung der Gemeinden und der Vereine gesprochen. Ich warne vor einer Verflachung dieser Idee. Es handelt sich nicht darum, in die Verwaltung einer Kultusgemeinde oder eines Vereines eine oder mehrere Personen einzuführen, die unserer „Partei" angehören; es handelt sich nur um die Einführung des Prinzips, Unsere, der zionistischen Organisation, Aufgabe an den philanthropischen Vereinen ist es, den breitesten Schichten unseres Volkes zu der Ueberzeugung zu verhelfen, dass nationaler Zionismus und Interesse für die Lokalbedürfnisse unserer Brüder zwei nicht sich ausschliessende Grossen sind, einen Kreis von Ansehe Maasse herauszubilden, welcher befähigt ist, die gesamte Wohltätigkeit unseres Volkes mit nationalem Geiste zu durchdringen, eingedenk des psalmistischen Wortes: Maskil el Dal. So wird der Boden bereitet, auf •welchem mit nationaler Erkennt-

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