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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 235

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 235 (sequence 236)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2079-3478217
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Es ist von der allergrössten Wichtigkeit — ich bin davon fest überzeugt — dass sich alle diejenigen, die mit der Organisation unserer Bewegung in Verbindung stehen, daran erinnern mögen, wie notwendig es ist, dass wir unser Werk in Eintracht in Szene setzen, dass wir v^on unseren individuellen Wünschen einfür allemal absehen und nur auf das Wohlergehen und die Förderung der grossen nationalen Bewegung Bedacht nehmen. Es wird allerdings nicht immer möglich sein, dass alle unsere Meinungen stets in allen Angelegenheiten dieselben sind, dass wir alle gleicher Ansicht in allen Dingen sein müssen! Ja, das dürfte kaum möglich sein; aber ich gehe noch einen Schritt weiter, wenn ich behaupte, dass dies nicht einmal von besonderem Nutzen oder wünschenswert sein würde — wäre doch damit jede gesunde Gedankenfreiheit in Frage gestellt und selbständiges Denken gestört. Aber wenn wir auch in einigen weniger wichtigen Umständen verschiedene Meinungen vertreten, liegt doch nicht der geringste Grund vor, warum wir nicht ehrlich und loyal gemeinsam weiterschreiten sollten, da wir Zionisten doeh stets von demselben ruhmreichen und patriotischen Glauben beseelt und aufrecht gehalten werden. (Lebhafter Beifall.) Ich beschwöre euch, liebe Stammesgenossen, beachtet niemals die Behauptung einiger Mitglieder unseres Stammes, dass es verschiedene Arten von Juden gibt — eine solche Behauptung muss den wahren Juden schmerzen und beschämen, und ebenso die weitere Ausführung derselben Behauptung, dass der Zionismus für die Einen von Vorteil, für die Anderen von Nachteil sei, wie dies von gewisser Seite unserer Gemeinschaft wiederholt wurde. Wir brauchen nur auf unsere eigene vergangene Geschichte zurückzublicken, um beweiskräftig zu erkennen, dass die Sache der Juden zu allen Zeiten und überall eine einzige, untrennbare Angelegenheit gebildet hat, (Lebhafter Beifall.) Freilich ist und bleibt es eine Tatsache — soviel ich sie auch beklagen mag, ich bin mir derselben doch völlig bewusst -— dass es grosse Unterschiede in. der Lebensweise unserer Stammesgenossen gibt; während eine verhältnismässig kleine Anzahl derselben in Frieden und unter glücklichen Bedingungen auf diesem Erdenrunde einhergehen, sind Frieden und Glückseligkeit für die grosse Mehrzahl der Juden ganz unbekannte Dinge — aber gewiss, dieser Unterschied in der Lebensweise kann und darf keine wirkliche Unterscheidung zwischen uns Juden bedeuten! Ich spreche mit vollster Ueberzeugung und glaube damit nur den Gefühlen der hier versammelten Gemeinde Bechnung zu tragen, wenn ich als ihr Echo wiederhole : wir anerkennen nur zwei Arten von Juden •—■ diejenigen, welche sich selbst ehren und achten, indem sie ihren Glauben und ihre Basse hochhalten — die guten

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