Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 234)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 233 — ein herzlicher und sympathischer sein wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dann wieder gibt es manche, die sich dem irrtümlichen Glauben hingeben, sie würden, im Falle sie sich an der grossen nationalen Bewegung beteiligen, den Hass und die Verachtung ihrer Mitbürger, das heisst, der Leute, mit denen sie leben und verkehren müssen, nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf das gesamte Judentum lenken. W'as nun diese Ansicht betrifft, sei mir denn doch die Bemerkung gestattet, dass wir dieselbe noch nirgends und von keinem verlässlichen Zeugen bestätigt oder bewiesen erhielten. In England haben bei den letzten Parlamentswahlen viele Bewerber schon im vorhinein erklärt, der Ziomstenbewegung günstig gegenüberzustehen, und eine grosse Zahl dieser Bewerber haben die bezügliche Erklärung nach erfolgter Parlamentswahl abgegeben. Es steht jedenfalls fest, dass diese Eklärung nicht zur Erlangung von Stimmen, sondern vielmehr behufs Darlegung einer schönen Denkweise und edlen Gefühlen Ausdruck gebend, gemacht wurde. Ich bin davon durchdrungen, dass es kluge und vernünftige Männer in allen Ländern gibt, die ohne Eücksicht auf ihr eigenes Glaubensbekenntnis sich der zionistischen Bewegung gegenüber in günstiger Weise ausgesprochen und zugetan gezeigt haben. Es dürfte •—■ so glaube ich mit Bestimmtheit, von der grössten Wichtigkeit sein, festzustellen, dass wir alle 'Ursache haben, den Triumph des Zionismus als die richtige Lösung der von uns — wegen Mangels eines besseren Ausdrucks — sogenannten „Judenfrage" anzusehen, einer Frage, deren Lösung wahrhaft dringend und von der grössten Notwendigkeit ist, da wir alle, die wir jene Frage durchaus studiert haben, von der traurigen Tatsache überzeugt sind, dass sich nur ein sehr kleiner Teil des jüdischen Volkes in der Lage befindet, ein würdiges und gutes Leben zu führen. Der weitaus grössere Teil unserer unglückseligen Brüder wird jedoch — Gott sei es geklagt — in der unwürdigsten Weise verfolgt, und viele unserer Stammesgenossen sind, wenn auch nicht gerade unmittelbar schlecht behandelt, dennoch wegen der ihnen gebotenen Verachtung und der ihnen in den Weg gestellten barbarischen Hindernisse, welche ihnen die Ausübung ihrer Geschicklichkeiten und Talente erschweren, zu einer wahrhaft niedrigen Lebensweise verurteilt. (Allseitige Zustimmung.) Im vollen Vertrauen, nicht etwa missverstanden zu werden, oder dass man nicht etwa glaube, weil meiner Ansicht nach der Zionismus als die wahre Lösung der „Judenfrage" zu betrachten ist, will ich es nochmals aussprechen, dass ich keinesfalls den Wunsch hege, das bereits in der Eichtling der Lösung Geschehene zu unterschätzen) — weder das von Seiten der öffentlichen Gesellschaften, noch das von einzelnen Privatpersonen ausgeführte — nichts auf dieser Erde liegt meinem Gedankengange ferner; denn es ist und bleibt eine rühmenswerte Tatsache, dass mit Ausnahme weniger gegenteiliger Fälle, reiche