Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 180. — Del. Buber: Verehrte Kongressmitglieder! Ich werde mich ganz kurz fassen. (Lebhafte Schlussrufe.) Beruhigen Sie sich, ich werde mich" ganz kurz fassen, wenn Sie mich reden lassen. Als der Kongress beschlossen hatte, dass heute die Generalredner sprechen sollen, tat er es m dem Glauben, dass der ganze Komplex der Fragen heute erledigt werde, d. h. dass die Vertreter des A.-C. ebenfalls heute sprechen und sodann über die Sache abgestimmt werden wird. Nun habe ich erfahren, dass es sich anders verhalte, dass nämlich die Vertreter des A.-C. erst morgen früh sprechen sollen, und dass erst nachher die Abstimmung stattfinden solle. Ich erkläre, dass wir aus zwei wichtigen Gründen jetzt die Sitzung schliessen müssen. (Lebhafter Widerspruch. — Zustimmung.) Ich werde das sofort begründen. Erstens, weil es unbillig wäre, wenn die A.-C.-Mitglieder ganz losgelöst von den übrigen Rednern sprechen würden, und wenn morgen nur mehr so einflussreiche und diese Versammlung so beeinflussende Redner pro zum Worte kämen und niemand contra. Zweitens halte ich es für höchst unstatthaft, wenn diese wichtige Frage von den Generalrednern jetzt, in Abwesenheit Dr. H e r z 1 s, verhandelt wird. Ich verlange deshalb, meine Herren, im Interesse einer gerechten und billigen Erledigung der Sache, einer würdigen Erledigung derselben, dass wir jetzt die Sitzung schliessen und morgen weiter verhandeln. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Widerspruch.) Del. Dr. I. W. Marmorek: Es ist bei uns beinahe zur Regel geworden, dass wir nach jedem Redner, der zu einem Gegenstande spricht,, auch eine Geschäftsordnungsdebatte haben. Ich glaube, das hält unsere. Arbeiten ganz unnützerweise auf. Es ist des Kongresses einzig und allein würdig, wenn er Beschlüsse, welche er vor einer halben Stunde gefasst hat, so lange aufrecht erhält, als die Zeit dauert, für welche er den jeweiligen Beschluss eben gefasst hat. Zur Sache möchte ich folgendes erwähnen : Ich glaube, keine Frage hat diesen Kongress so sehr beschäftigt wie; die Ostafrikafrage und nirgends haben wir so viele Redner, gehört als in. dieser Frage. Nirgends sind die Ueberzeugungen in uns so fest, wie gerade, in dieser Frage. Eine Beeinflussung ist also, glaube ich, kaum möglich.. (Gegenrufe.) Wenn^ morgen Dr. H e r z 1 noch zur Sache sprechen wird,, wird es einzig und allein darum sein, damit wir erfahren, welchen Eindruck er von den Einwendungen des Kongresses erhalten hat. Ich bitte Siedaher, auf dem bisherigen Beschlüsse zu verharren und da wir sehen, dass. das Interesse für das Anhören der Generalredner noch lange nicht geschwunden ist, die Sitzung fortdauern zu lassen, damit die Angelegenheit bis zu einem bestimmten Grade erledigt werde. (Lebhafte Schlussrufe.) Vizepräs. Dr. Bpdenheimer: Ich habe soeben erklärt, dass ich nicht, verpflichtet bin, eine Debatte über einen Antrag auf Schluss der Debattezuzulassen, und zwar auf Grund des § 18 der Geschäftsordnung. Nachdem: nun drei Redner in dieser Frage gesprochen haben, ist die Sache für mich vollständig klargestellt und erledigt. Ich lasse keine weitere Debatte überdiese Frage zu. (Zustimmung. — Widerspruch. — Unruhe.) Del. Heinrich Rosenbaum: Ich war auch dafür, dass wir heute die- Generalredner zu Ende sprechen lassen. Nun habe ich aber erfahren, dass, nach den Generalrednern noch zwei Referenten über diesen Gegenstand sprechen sollen. Das ändert die Situation gänzlich. Das bedeutet mit anderen Worten, dass die eventuelle Wirkung, die die Contra-Redner hervorrufen würden, morgen durch die Referenten abgeschwächt werden soll. Wir wollen das ganz klar und offen betonen. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Sie sprechen jetzt auch über die Fragedes Schlusses der Sitzung. Ich habe erklärt dass die Debatte hierüber geschlossen ist. Sie werden darüber jetzt abstimmen.