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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 142

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 142 (sequence 143)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1986-3478124
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— 142 — Verhältnisse, ohne Kenntnis der Import- und Exportverhältnisse, solche Kolonien können nicht Musterkolonien genannt werden, und wenn sie auch Musterkolonien wären: Noch nie ist durch Musterkolonien ein städtisches Proletariat zur Landwirtschaft hinübergeführt worden. Uebrigens haben auch die Leiter der Alliance und Ica selbst die Idee, dass ihre Mittel nicht zum Ziele führen und aus diesem Grunde verlassen sie sich nicht auf sich selbst, sondern auf etwas ganz anderes. Vielleicht wird es Sie interessieren, aus dem Munde des Herrn Leven selbst zu erfahren, worauf er sich verlässt. Herr Leven sagte in der letzten Generalversammlung der Alliance: „Wir glauben an die Zukunft und an den Triumph der Prinzipien von 1789. Wir hoffen auf das revolutionäre Vorwärtsgehen des Mleralen Gedankens im 20. Jahrhundert." Wenn man sich darauf verlässt, so ist es unmöglich, dass man ein Vermögen von hunderten von Millionen sammelt, dass man Mitglieder sucht und Jahresberichte herausgibt. Wir machen uns keine Illusionen, wir glauben nicht, dass durch eine Revolution die Lage des jüdischen Volkes gebessert wird. Wir haben solche erlebt, die Lage des jüdischen Volkes ist aber immer dieselbe geblieben. Wir haben die Ueberzeugung, dass auf dem Wege, den die Ica eingeschlagen hat, ein Heil für das jüdische Volk nicht zu erwarten ist und gegen die Politik, die die Ica bis jetzt getrieben hat, müssen wir energischen Protest einlegen. Auch wir wollen kolonisieren, denn durch die Kolonisation allein werden alle wirtschaftlichen, physischen, kulturellen und politischen Fragen geregelt, die uns jetzt beschäftigen, und gerade deshalb müssen wir dafür sorgen, dass alle Kräfte, die dem jüdischen Volke zur Verfügung stehen, benützt werden. Um zu kolonisieren, dürfen wir auf keine Hilfe verzichten, auch nicht auf die Hilfe, die uns die philanthropischen Gesellschaften gewähren können. Wenn aber die Leiter dieser Gesellschaften uns ihre Hilfe versagen, müssen wir Rekurs einlegen bei denjenigen, die ihnen die Vollmachten gegeben haben, das sind die Mitglieder der Gesellschaften, die die Administration der Ica stellen. Diese Mitglieder haben bis jetzt noch kein Urteil abgegeben. Das, was in der letzten Wahl der Alliance geschehen ist, ist nicht beweiskräftig. Aus den Zahlen des letzten Berichtes, den die Alliance veröffentlicht hat, scheint hervorzugehen, dass 8 Prozent der Wähler für uns gestimmt haben, die übrigen für die offizielle Liste. Nun hat aber die Alliance in ihrem Berichte selbst erklärt, dass in verschiedenen Landes- und Lokal-Comites die Wahl nicht veranstaltet wurde, sondern in diesen Comites wurde einfach erklärt, dass man mit der offiziellen Liste einverstanden ist. Dass eine Wahl unter solchen Umständen nicht beweiskräftig ist, ist für jedermann verständlich. Noch etwas anderes kommt in Betracht. Bei dieser Wahl sind wir in den meisten Gegenden und Städten nicht in den Kampf gezogen. In Amerika, in der Schweiz, in der Türkei, in Rumänien, Bulgarien, an der ganzen Küste des Mittelmeeres haben wir weder eine Kandidatenliste ausgegeben, noch irgendwelche Agitation für die Wahl veranstaltet. Es wurde von Seite unserer Vertrauensmänner nur in etwa sechs oder acht Städten gearbeitet und dort, wo wir in den Kampf gezogen sind, haben wir tatsächlich die Majorität erhalten. Ich erinnere an die Resultate, die erzielt wurden in Mannheim, Venedig und Mülhausen, wo tatsächlich seitens der Zionisten gearbeitet wurde, das Resultat der Arbeit ein zionistischer Sieg war, trotzdem die Alliance alles mögliche getan hat, um einen solchen hintanzuhalten. Unter den Mitteln, welche die Alliance versucht hat, möchte ich nur einige wenige aufzählen. Es kam von Paris der Befehl, uns in keiner Weise die Mitgliederliste mitzuteilen. Es wurde von Paris angeordnet, dass die Wahl in der einen Stadt an dem Tage, in einer anderen zu einem anderen Termine stattzufinden habe u. s. w. Trotz aller dieser Schwierigkeiten, trotzdem in vielen Orten die Wahl abgebrochen wurde, wo unser Sieg sicher war, wie z. B. in Freiburg, trotz alledem können wir mit dem Resultate zufrieden sein. Dieses zeigt uns,

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