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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 120

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 120 (sequence 121)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1964-3478102
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— 120 — wohl ein Volk von Brüdern, wenn auch nicht einig sein. Ich wünsche dies gar nicht und erwarte es gewiss nicht. Es werden bei uns die verschiedensten Anschauungen zum Vorschein kommen und um. Geltung ringen. Dafür haben wir einen "Versammlungsort geschaffen. Ich wünsche, dass es unter gegenseitiger Achtung geschieht und erwarte von dem Zusammenprallen der entgegengesetzten Anschauungen und Absichten das allerhöchste und allerbeste für uns. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Nordau: Ich frage den Kongress, ob er sofort zur Abstimmung schreiten oder noch die vorgemerkten drei Redner anhören will. (Lebhafte Schlussrufe.) Wer für Schluss der Debatte ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Die Debatte ist geschlossen. Ich habe Ihnen zwei Anträge vorzulegen. Der erste Antrag geht von Frau Prof. G o 11 h e i 1 aus und lautet: „In Anbetracht der zwei Tage, die wir in leeren Debatten, und Beschuldigungen gegen unsern verehrten Führer und die Mitglieder des A.-C. vollbracht haben, bitte ich zu beantragen, dass der Kongress jetzt ein Vertrauensvotum für Dr. Herzl und die Mitglieder des A.-C. ausspricht/* Der zweite Antrag ist von Dr. Rosenbaum unterschrieben und lautet: ..Ich stelle den. Antrag, dem A.-C. und dein Auf sieht srate unsere Dankbarkeit und unser -Vertrauen auszudrücken.'" Die beiden Anträge decken sich nicht vollständig. (Rufe: Herzl ist auch eingeschlossen.) Dr. Herzl: Es scheint, dass beide Anträge Chance haben, angenommen zu werden. Ich möchte aber bei aller Verehrung für Frau Professor G o 11 h e i 1 bitten, den Antrag Rosen bäum anzunehmen, weil die Motivierung der Frau Professor G o 11 h e i 1 etwas für den Kongress Unannehmbares enthält. Vielleicht stimmt Frau Professor Gottheil dem Antrag Rosenbaum zu. Vizepräs. Dr. Nordau: Frau Professor Gott heil zieht ihren Antrag zugunsten des Antrages Rosen bäum zurück, es liegt also dieser einzig und allein zur Abstimmung vor. Wer für die Annahme dieses Antrages ist, möge die Hand erheben. (Geschieht. — Stürmischer Beifall, Händeklatschen und Hochrufe.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Ich stelle fest, dass der Antrag des Herrn Dr. Rosenbau in mit allen gegen vier Stimmen angenommen worden ist und. erteile das Wort Herrn Professor G o 11 h e i 1 zu einer Anfrage. Del. Prof. Gottheil: Meine Damen und Herren! Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass von den vielen interessanten und wichtigen Punkten, die Herr Dr. Herzl in seiner Rede berührte, keiner von so grossem Interesse ist. wie derjenige, der sich auf seine kürzlich stattgehabte Besprechung in St. Petersburg bezieht. Ich spreche hier nicht nur als Zionist, sondern auch als amerikanischer Bürger. Die* hochherzige Aktion des Präsidenten Roosevelt zugunsten der notleidenden Juden lassen es mir wünschenswert erscheinen, darauf zu bestehen, dass Dr. Herzl eine Antwort gibt auf die Interpellation, die ich. einzureichen jetzt die Ehre habe. Er sprach von der freundlichen Haltung der rassischen Regierung einer zionistischen Propaganda gegenüber, die sich in ihren Grenzen hält. Er sprach ebenso von mehr oder weniger wohlwollenden Absichten gegenüber dem jüdischen Volke im allgemeinen und unseren nationalen Gefühlen

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