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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 88

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 88 (sequence 89)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 88 — früheren Kongresse erwähnte, und was den besten Beweis gibt, wie tief die Zionsidee in den Herzen der Juden in Rumänien eingewurzelt ist. Im April dieses Jahres hatten wir den Delegiertentag in Jassy, als uns unser hochverehrter Dr. Lippe die traurige Nachricht von der Katastrophe in Kischenew brachte. Das Federationskomite erliess einen Aufruf an unsere Gesinnungsgenossen, von denen bekanntlich die grosse Majorität Handwerker und unbemittelte Leute sind — aber dennoch konnten wir an Frcs. 10 000.— unseren unglücklichen Brüdern zur Verfügung stellen, davon die Hälfte für die Waisenkinder. Die Aktien der Jüdischen Kolonialbank werden fortwährend, wenn auch langsam, nachgezahlt und dürfte bis Ende des Jahres noch ein ziemlicher Betrag einfliessen. Für den Jüdischen Nationalfonds liefen ein an Marken, Spenden und das goldene Buch zirka 25 000 Francs, und habe ich hier die Korrespondenz mit dem Comite Palestinien de Paris, wonach es nur noch einiger Formalitäten bedarf, um die zirka 25 000 Francs flüssig zu machen, von denen ich im letzten Kongresse sprach, und die wohl unserem Nationalfonds zufliessen werden. (Beifall und Händeklatschen.) S c h e k e 1 haben wir zwar nur über Frcs. 8000 einkassiert, aber in Anbetracht unserer Organisation, die jetzt eine regelmässige geworden, wird die Agitation eine grössere Tätigkeit entwickeln können und die Einnahmen demgemäss entsprechend sein. Auf dem letzten Delegiertentage in Jassy haben wir auch für die Kulturfrage Vorsorge getroffen, und die Kommission ist bemüht, systematisch den Unterricht der hebräischen Sprache in den Schulen einzuführen. Aus dem beifolgenden Tableau ist zu ersehen, dass dieFederation der Zionisten in Rumänien 113 regelmässig funktionierende Vereine zählt (darunter 13 Damenvereine), und sind bereits 44 Vereine ins goldene Buch des Nationalfonds eingetragen. Was die Lage der Juden in Rumänien im allgemeinen betrifft, geht, wie eingangs erwähnt, die Auswanderung ununterbrochen fort, besonders die der Handwerkerklasse, die kein Vertrauen in das, wenn auch reformierte, neue Gesetz haben. Bis auf einzelne Fälle finden alle überall, besonders in den Vereinigten Staaten Nordamerikas, lohnenden Erwerb und Beschäftigung und tragen Sorge, den zurückgebliebenen Familienmitgliedern die Mittel zu verschaffen, ihnen in die neue Heimat zu folgen. Das ist alles, was ich über Rumänien zu sagen habe. (Beifall.) Del. Dr. Zlocisti; Meine Damen und Herren! Ich habe den Auftrag, Ihnen den Bericht der deutschen Landsmannschaft zu geben. Die deutsche Landsmannschaft hat im letzten Arbeitsjahre wesentliche und bedeutsame Fortschritte gemacht. Diese Fortschritte sind dadurch ermöglicht worden, dass mit dem alten Prinzip der Zentralisation gebrochen wurde und fünf selbständige Zentralen eingerichtet wurden. Auf diese Weise standen eine Reihe neuer Arbeitskräfte zur Verfügung, gewissermassen Kraftzentralen, die in den näher gelegenen Ortschaften eine lokal differenzierte Agitation vornahmen und besser eingreifen konnten. Wir haben solche Zentralstellen in Berlin, Hannover, Mannheim, Strassburg und Bonn eingerichtet. Jeder dieser Orte hat eine Reihe von Provinzen und Landesteilen des Deutschen Reiches zur Arbeit überwiesen bekommen. Die äusseren Ergebnisse dieser Organisation stellen sich folgendermassen dar: Im Jahre 1901 waren im Bezirke Mannheim 4 Ortsgruppen, im Jahre 1902 13; Hannover hatte im Jahre 1901 in seinem Bezirke 22 Ortsgruppen, im Jahre 1902 28; Berlin im Jahre 1901 11, im Jahre 1902 21, Strassburg im Jahre 1901 2, im Jahre 1902 10 und Bonn im Jahre 1901 3, im Jahre 1902 6. Die Zahl der Schekelzahler ist im Mannheimer Bezirke gewachsen

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