Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 60)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 59 — sehe voraus, dass man Ihnen nicht die Gelegenheit lassen wird, so lange zu sprechen, wie Sie es in Ihrem eigenen Interesse wollen und wie es auch diejenigen wünschen, die Sie angegriffen haben. Del. Trietsch: Geben Sie mir 3 Minuten. Präs. Dr. Herzl: Ich will Ihnen einen besseren Vorschlag machen. Zur Untersuchung dieser Sache, an der Ihnen offenbar liegt, und ich begreife dies, möchte ich Ihnen ein Mittel vorschlagen, das man oft anwendet: wählen wir einen kleinen Ausschuss, in welchen Sie einige Personen entsenden, und ebenso das A.-C. Vor diesem Ausschuss sprechen Sie sich aus. Geben Sie ihm Ihr Material und sagen Sie nicht, das ist meine Behauptung, das ist seine Behauptung, das ist die Behauptung der Frau usw. Sie haben das Bedürfnis, dass die Dinge geklärt werden, und es ist mir auch von Ihnen befreundeter Seite gesagt worden, es möge dies in einer des Kongresses würdigen Weise geschehen. Ich proponiere Ihnen, dass wir die kostbare Zeit des Kongresses nicht mit solchen Angelegenheiten verzetteln, sondern dass diese Sache, so wie Sie wollen — nicht wir, uns ist ja die Sache gleichgiltig — untersucht, das Resultat aber ohne Debatte dem Kongress vorgelegt werde. Wenn Sie damit einverstanden sind, werde ich Ihnen noch auf die gewünschte Zeit von 3 Minuten das Wort geben, dann aber den Zwischenfall für geschlossen erklären. Del. Trietsch: Ich habe für 3 Minuten das Wort erbeten, und möchte 3 Minuten sprechen können, ohne unterbrochen zu werden. Die kostbare Zeit des Kongresses tut mir leid, ich bin aber gezwungen, zu reden. Stundenlang hat man Material gegen mich vorzubringen versucht; ich bleibe bei dem, was ich gesagt habe. Nichts ist erwiesen bisher, wir haben einen Modus geschaffen, bei dem herausgefunden werden soll, ob etwas gegen mich spricht oder nicht, oder gegen die a n d e r e n. Bis das nicht klargestellt ist — und i c h werde es nicht verlangsamen — habe ich für Sie als ein Ehrenmann zu gelten wie Dr. H e r z 1, Dr. K 1 e e , Dr. H a n d t k e , wie irgend einer. Was ich auf diesem Kongresse sachlich vorzubringen habe, soll bei Ihnen, ich ermahne Sie im Interesse der Würde des Kongresses, die gleiche Wirkung haben, wie wenn es gesagt worden wäre, bevor diese Beschuldigungen kamen. Das wird mir genügen. (Lebhafter Beifall.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich gebe dem Herrn Del. Baker das Wort zur Verlesung eines Antrages, dann Herrn Dr. Friedmann, worauf ich die Sitzung schliessen werde. Zugleich teile ich mit, dass morgen um halb 9 Uhr früh sich der Permanenzausschuss versammelt; in der Zwischenzeit werden sich die Landsmannschaften versammeln, um über alle Angelegenheiten, die heute vorgekommen sind, zu verhandeln. Die Del. Dr. Tschlenow und Temkin (sprechen russisch). Del. Baker (spricht englisch). — (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Meine Herren! Ich wiederhole, es handelt sich um einen Antrag zur Eröffnungsrede des Herrn Dr. Herzl. Ich bitte Sie daher um Ruhe. Del. Baker (liest): Die englisch sprechenden Delegierten stellen den Antrag: eine Resolution zu fassen, welche der britischen Regierung die tiefe Dankbarkeit des Kongresses für das grossherzige Angebot aussprechen soll, und beantragen die Bildung einer^ Kommission, welche dies ausführen soll. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Herr Dr. Tschlenow wird das ins Russische übersetzen. (Lebhafte Unruhe.) Wenn nicht Ruhe eintritt, werde ich die Sitzung schliessen. Ich bitte um Ruhe! (Fortgesetzte Unruhe, die hauptsächlich durch das Verlassen des Saales seitens vieler Kongress- | teilnehmer verursacht wird.) Dann bitte ich die Türen zu schliessen, sonst 1 wird keine Ruhe herrschen.