Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 433 (sequence 433)
- Language
- German, English, Hebrew
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433 Vor zwei Monaten versammelten sich in Modena unter dem Vorsitze des seligen Prof. Conigliano die Häupter der italienischen Vereine, um eine Confederation derselben zu gründen. Einstweilen wurde, um gegen die Böswilligkeiten Stellung zu nehmen, die unsere Gegner wider uns richten, mit Einstimmigkeit folgende Tagesordnung angenommen: Die Delegierten der italienischen zionistischen Vereine betheuern feierlich die vollkommene Uebereinstimmung zwischen der zionistischen Idee und dem Gefühle der Vaterlandsliebe, indem sie den Zionismus nur als eine Offenbarung der Solidarität für die leidenden Brüder ansehen, die nach deren socialer Verbesserung streben soll; betheuern aber weiter, dass in der Verhältnissen mit den Juden anderer Länder das einzige Ziel des Zionismus ist, jene Juden in den Besitz der bürgerlichen Rechte zu setzen, die von denselben entblösst sind, und dass das einzige Mittel, dieses Ziel zu erlangen, in einer systematischen Colonisierung in Palästina besteht, deren Leben von internationalen Bürgschaften gesichert sein soll. Sie beschliessen, dem nächsten Congresse in Basel eine solche Tagesordnung vorzuzeigen, damit der Charakter und der Inhalt der italienischen zionistischen Propaganda klar und offenbar bekannt sei. Dr. Frank: Im Auftrage der deutschen Landsmannschaft schlage ich als nächsten Congressort Hamburg vor. Als Delegierter der Hamburger Ortsgruppe habe ich im Augenblicke nicht das Recht, dies officiell zu vertreten, aber ich bin überzeugt, dass es der Ortsgruppe zur Ehre gereichen würde, den Congress das nächstemal in Hamburg begrüssen zu können. (Beifall.) Präsident Dr. Herzl: Geehrter Congress! Wir werden nun bald um eine Erinnerung reicher sein, xun die Erinnerung an den V. Zionisten-Congress. Ich glaube, sagen zu dürfen, dass es ein guter Congress war, und in dieser meiner Ansicht hat mich auch der Zwischenfall der letzten Stunden durchaus nicht erschüttern können. Insoweit ich selbst durch ein zu schwaches oder gelegentlich zu starkes Präsidieren daran schuld war, bitte ich Sie in dieser Abschiedsstunde, meine Entschul&igrmg entgegenzunehmen. Wenn ich sage, dass dieser Congress ein guter war, so stütze ich dies darauf, dass wir auf ein gutes Stück gethaner Arbeit zurückblicken können. Wir haben namentlich eine zum Theile neue Organisation durchgeführt, von der ich hoffe, dass sie gut sein wird, und dass sie sich bewähren wird. Ich hoffe, dass sie das Band, welches uns vereinigt, durchaus nicht lockern, sondern im Gegentheile verstärken, und dass sie dabei zugleich den lebendigen Bedürfnissen der Fortentwicklung unserer Bewegung Rechnung tragen wird. Wir werden ja bald Erfahrungen machen, und ich wage zu hoffen, dass diese Erfahrungen günstige sein werden. Wir sind ferner in der Banksache um ein Stück weiter gekommen. Erlauben Sie mir aber in diesem Augenblicke zu sagen, dass 28