Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 400)
- Language
- German, English, Hebrew
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400 auch über die speciellen Anträge, welche eine Arbeit in diesem Sinne ermöglichen, nicht verzichten können. (Schlussrufe.) Sie werden mich nicht vom Worte abhalten. (Rufe: Redefreiheit!) Präsident Dr. Herzl: Wollen Sie sich freundlichst mir verständlich machen und die Tribüne nicht länger einnehmen, als Sie das Wort haben. Del. Buber: Wir erklären, was wir wollen. Wir wollen, dass über diese Frage, welche unseren innersten Zusammenhang mit dem Zionismus betrifft (Heiterkeit und Widerspruch) — ich bitte im Sinne der zionistischen Idee um Redefreiheit — wir verlangen, dass über diese wichtige Frage hier wenigstens abgestimmt werde. (Wenigstens?) Die Discussion dauert schon vier Jahre lang. Ueber die Anträge kann in zehn Minuten abgestimmt werden. Ich erhoffe von der Loyalität des Präsidiums, dass es meine Anträge, die Anträge des Cultur-Ausschusses zur Abstimmung stellen wird. Sollte das Präsidium sich dagegen aussprechen, so appelliere ich hiermit an den Congress. Präsident Dr. Herzl: Ich habe Geduld gezeigt, Sie haben . . . Del. Buber: Für die Wahlen in die verschiedenen Ausschüsse und in das A.-C. werden wir Platz genug haben. Wir können noch ganz ruhig die Abstimmung erledigen und dann die Wahlen vornehmen, wenn nur das Präsidium sich freundlich gesinnt zeigt und es wünscht. Die Abstimmung braucht nicht mehr als einige Minuten. Präsident Dr. Herzl: Ich bitte, das geht nicht. Ich bitte die Tribüne zu verlassen. Sie appellieren gegen meine Entscheidung an den Congress. Ich werde diese Frage zur Abstimmung bringen. Del. Lilien: Ich habe gestern einen formellen Antrag schriftlich dem Präsidium überreicht, auf dem die Hervorragendsten aus unserer Mitte unterzeichnet waren, unter anderen auch ein Herr, dem Sie gestern am meisten Beifall gezollt haben, Mr. Zangwill. Der Antrag gieng dahin, man möge die verschiedenen Anträge zur Abstimmung bringen, bevor die endgiltigen Wahlen, die gewöhnlich ziemlich kurz dauern, .vorgenommen werden. Ich überreichte diesen Antrag schriftlich, und der Herr Präsident ertheilte mir das Wort zur Begründung. Als ich aber die Tribüne bestieg, erklärte er mir in Gegenwart sämmtlicher Herren, falls ich auf der Begründung des Antrages und auf der Abstimmung hierüber nicht bestehe, versichere er mich, dass mein Wille geschehen werde, das heisst dass die Anträge der Cultur-Gommission vor den Wahlen mindestens durch eine Abstimmung werden erledigt werden. Ich begreife, dass unser Herr Präsident, den wir so lange in Anspruch genommen haben, recht ermüdet ist. Ich. glaube aber, es genügt die Erinnerung an das gestern gegebene Versprechen, damit es -eingehalten werde. Sollte unser Herr Präsident glauben, dass er durch die Einhaltung seines Versprechens die kostbare Zeit der Herren in Anspruch nimmt, so beantrage ich, der Congress möge durch eine Abstimmung den Herrn Präsidenten ermächtigen, dass zuerst die An-