Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 355)
- Language
- German, English, Hebrew
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35S Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Ist angenommen. (Beifall.) Nun bitte ich Sie aber doch, deutsch zu sprechen, damit wir die Zeit der Uebersetzung ersparen« Del. Ussischkin: Ich möchte so sprechen, dass meine Meinung gut verstanden wird, und das kann ich nur russisch, Redner fährt sodann in russischer Sprache fort. Nach einiger Zeit bemerkt Präsident Dr. Herzl: Darf ich Sie fragen, Herr Ussischkin, sprechen Sie vielleicht über Personen? Del. Ussischkin: Nein, das thue ich niemals! Redner beendet sodann seine Ausführungen in russischer Sprache. Del. Kotier (zur Geschäffcs-Ordnung): Die nicht russisch sprechenden Herren kennen beiläufig den Gedankengang und die Ansichten des Sprechers, und die Herren Russen haben ihn ohnehin verstanden. Ich glaube daher beantragen zu können, dass wir von der deutschen Uebersetzung seiner Rede Umgang nehmen, da wir mit der Zeit sparen müssen. Präsident Dr. Herzl: Aber ich kann von der Uebersetzung nicht Umgang nehmen. Ich muss wissen, was vorgegangen ist. Vielleicht erfordert das, was Herr Ussischkin gesagt hat, eine Berichtigung. Herr Dr. Bernstein-Kohan, wollen sie kurz resümieren, was er gesagt hat. Del. Dr. Bcmstein-Kohan (übersetzt): Die Anträge, welche er stellt, sind kurz, aber die Motivierung ist lang. Er schlägt zwei Resolutionen vor: 1. Der Aufsichtsrath soll beauftragt werden, in Palästina alle Massregeln zu ergreifen, um eine Geschäftsstelle zu bilden — die Form bestimmt er nicht — um dort in ganz kleinem, beschränktem Masse Geschäfte zu machen, zu welchem Zwecke er ein Maximum von 400.000 Frcs. aus den Bankgeldern gewidmet haben will. Zweitens möchte er eine solide Filiale der Bank in Russland schaffen, die nicht als philanthropische Anstalt für Sparcassen und dergleichen dienen soll, sondern als solide Firma das Vertrauen zur Bank stärken soll. Präsident Dr. Herzl: Herr Dr. Sussmann stellt zur Geschäftsordnung den Antrag, für die eingezeichneten Redner je fünf Minuten Redezeit zu bestimmen. Die dafür sind, wollen die Hand erheben. {Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Angenommen. Ich werde nun zwei Herren, und zwar die Herren Pineles und Temkin, bitten, die Redezeit aufzunehmen, damit es nicht als Bedrückung von meiner Seite angesehen wird, wenn ich den betreffenden Redner auffordere, zu schliessen. In dem Augenblicke, wo die fünf Minuten um sind, werden die Herren ex offo verfügen, dass der Redner die Tribüne verlässt, wer immer es ist. 23*