Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 349)
- Language
- German, English, Hebrew
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349 Es ist weiters im Bank-Ausschusse die Frage der grossen Verwaltungsausgaben der Bank in London aufgeworfen worden; der Bank- Ausschuss stellt folgenden Antrag: 5. „Wir ersuchen den Aufsichtsrath, die Geschäfte der Bank in London bis auf ein Minimum zu reducieren und die Spesen nach Möglichkeit zu verringern." Auch dieser Beschluss erfolgte einstimmig. Ich komme hiermit zum letzten Antrage. Der Bank-Ausschuss sagte sich, es sei von Wichtigkeit, wenn — sei es in dem Londoner Geschäfte, sei es in einer anderen Filiale — Beamte angestellt werden, dass sie nicht nur angestellt werden durch Bekanntschaft, sondern dass die Stellen stets in den Zeitungen ausgeschrieben werden. Dadurch ist die Garantie gegeben, dass die fähigsten Menschen sich meiden, solche, die factisch dem Posten gewachsen sind, nicht diejenigen, die zufällig mit einem oder dem anderen Director bekannt sind. Daher hat der Bank-Ausschuss beschlossen: 6. „Der Congress empfiehlt, sämmtliche Stellen von einem Jahresgehalte von (£ 100 ab durch die „Welt" auszuschreiben." Kleine Posten kommen nicht in Betracht. Es ist klar: Wenn eine Portierstelle zu besetzen ist, so braucht sie nicht in der „Welt" ausgeschrieben zu werden, bei höheren Stellen aber soll die Ausschreibung einige Wochen früher erfolgen und so Gelegenheit zur Bewerbung gegeben werden. Dagegen war nur eine Stimme. Ich ersuche namens des Bank-Ausschusses den Congress, die Anträge einstimmig anzunehmen. Wir haben aus diesen Anträgen alles ausgemerzt, was zu einer grösseren Discussion führen könnte, und die schwierigen Fragen dem Aufsichtsrathe überwiesen» Da unsere Zeit kurz ist, haben wir nur das Wichtigste betont, und ich ersuche demnach um die einstimmige Annahme. (Beifall.) Del. 'Dr. Rappaport (zur Geschäfts-Ordnung): Mit Rücksicht darauf, dass die Bankfrage einer der wichtigsten Punkte der Tagesordnung ist, und wir fast nur deswegen nach Basel gekommen sind, wir aber andererseits heute ermüdet sind, beantrage, ich die Verschiebung der Berathung bis morgen abends oder, wenn dies nicht geht, bis morgen früh. Jedenfalls soll die Berathung heute vertagt werden. Del. Lourie (zur Geschäfts-Ordnung) : Ich möchte Ihnen auch vorschlagen, die Bankdebatte jetzt nicht fortzusetzen. Es ist nicht in der Ordnung, über so ernste Dinge um 2 oder 3 Uhr nachts zu verhandeln, insbesondere, wenn man schon die vorhergehenden Nächte zu Berathungen verwendet hat. Es ist am besten, diese Berathung für morgen nachmittags zu lassen. Dass morgen früh die ActionärverSammlung stattfindet, hat damit gar nichts zu thun. Der Congress hat ja die Jüdische Xationalbank immer in der Hand, indem er auf sein A.-C.. beziehungsweise auf den Aufsichtsrath einen Einfluss ausübt. Ich bin also dafür, die Debatte morgen nach der Actionär-Versammlung fortzusetzen.