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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 329

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 329 (sequence 329)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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320 aller Vereine oder wenn 50ÖD Schekelzahler eine besondere Federation bilden wollen, ihnen dieses Recht zugestanden werden muss. Dabei verstehen wir nicht, was das bedeuten soll: „Nach Genehmigung seitens des A.-C.". Diese Thatsache muss dem A.-C. nur zur Kenntnisnahme, aber nicht zur Genehmigung mitgetheilt werden. Es ist einfach eine Lebensthatsache, und die muss das A.-C. hinnehmen. Nun muss ich Sie noch darauf aufmerksam machen, dass es kleinere Länder gibt, wo die zwei Bedingungen nicht simultan erfüllt werden können, Länder, wo es überhaupt kaum 5000 Schekelzahler oder wo es viel weniger als 50 Vereine gibt. Trotzdem ist es möglieh — wir hoffen allerdings, dass der Fall nicht bald eintreten wird —, dass in diesen kleineren Ländern auch zwei verschiedene Richtungen auftreten. Wir müssen daher auch diesen kleineren Ländern die Möglichkeit geben, den verschiedenen Richtungen) verschiedene Organisationen zu bieten. Del. Temkin (Generalredner contra) (spricht russisch). Dr. Tschlenoio (übersetzt) : Herr Temkin meint, dass der edle Gedanke, den unser verehrter Präsident in unsere Statuten rücksiehtlich verschiedener Federationen in einem Lande einführen will, doch viele Schattenseiten hat. Er sagt, dass wir aus materiellen und moralischen Gründen diesen Vorschlag ablehnen müssen, und zwar sind die Gründe folgende: Wenn wir ein Centrum haben, ist es viel leichter, alle Geld- und materiellen Verhältnisse zu verfolgen und viel leichter, Vertrauenspersonen zu gewinnen. Was die moralischen Gründe betrifft, so macht Temkin aufmerksam, dass das jüdische Volk ohnedies schon zur Individualität geneigt ist und dass wir diese Neigung nicht unterstützen dürfen. Temkin sagt, dass dies eine besondere Bedeutung für Russland hat und es von grossem Schaden für den Zionismus in Russland wäre, wrenn dieser Vorschlag vom Congresse angenommen würde. Er sagt, dass wir im Laufe von fünf Jahren uns immer die grösste Mühe gegeben haben, Einigung zu schaffen und Bestrebungen zur Theilung, zur Individualität im Keime zu unterdrücken. Es ist möglich, dass, dank diesem Vorschlage, die Zahl der Vereine sich vergrössern wird, Vereine, die eine besondere Federation bilden wollen, werden kurze Zeit mit besonderem Eifer arbeiten. Er erinnert aber daran, dass dies nicht von langer Dauer sein kann und mehr Schaden als Nutzen bringen wird. Schliesslich erklärt Temkin, dass aus Russland gewöhnlich 50 Percent aller Schekeleinkünfte nach Wien geschickt werden und meint, wenn einige Federationen geschaffen wrerden, dieser Zustand sieh zum Schaden in Russland herausstellen wird. Darum hält es Temkin für seine Pflicht, insbesondere den russischen Mitgliedern zu sagen, dass sie genau und streng alles erwägen sollen, bevor sie ihre Stimme in dieser Angelegenheit abgeben. Dr. Herzl: Erlauben Sie, dass ich antworte. Wir können auf diesen Antrag nicht verzichten, wenn wir nicht die ganze Organisation aufgeben sollen. Es hat sich das Bedürfnis herausgestellt, die Organisation zu verbessern und dies ist die einzige Form, die wir finden konnten. Ich theile nicht die Ansicht Temkins, dass dies zur Lockerung der jetzigen Verbände führen wird. Was ich Herrn Bernstein-Kohan schon einmal erklärt habe, möchte ich

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