Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 313)
- Language
- German, English, Hebrew
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313 Wenn nicht jeder Verein, so sollen zehn eine Federation gründen können. Das engere A.-C. hat ja keine Ahnung, was in den Vereinen vorkommt, was man z. B. bei uns in Odessa wegen der wirtschaftlichen Hebung des Volkes thut. Die Federationen haben sieh mit Dingen zu beschäftigen, von denen sie dem engeren A.-C. nicht Mittheilimg machen. Es ist sehr unrichtig, die Vereine von den Federations abhängig zu machen. Je zehn Vereine sollten das Hecht haben, eine Federation zu gründen und sich mit dem A.-C. zu verständigen. Del. Dr. Bcrnstcin-Eohan: Das ist der Punkt, von dem gestern schon die Eede war, ob in einem Lande zwei Federations bestehen können, ob eine Gruppe, welche 5000 Sehekel zahlt und deren Statut vom engeren A.-C. bestätigt wird, das Recht hat, sich als engere Federation zu constituieren. Ich stelle die Frage, in welchem Verhältnisse diese Federation zum grossen A.-C. steht. Wir betrachten zunächst das engere A.-C. als Executivorgan des grossen A.-C. und des Congresses. Wenn wir dem engeren A.-C. das Recht überlassen, ein neues Landeseomite zu schaffen, so geben wir ihm schon etwas mehr Gewalt, als es dem Geiste der Statuten entspricht. Weiters würde dies auch dem Lande'keinen Nutzen bringen und der Bewegung Cnheil bringen können. Was Herr Bojukanski von den kleinen Städten und den kleinen Vereinen sagt, gilt auch von den grossen Ländern. Wir müssen uns die Aufgabe stellen, unsere Massen zu organisieren, zu disciplinieren, sie daran zu gewöhnen, sich einem Landescomite, einem Congresse zu fügen, sonst könnten wir einmal dazu kommen* dass die besonderen Federations sich auch einen besonderen Congress machen. Dr. Herzl: Ich muss das sofort berichtigen. Erstens haben wir gestern darüber eine lange, ausführliche Debatte geführt. Aus dieser ist, glaube ich, schon hervorgegangen, dass es sich in diesem wichtigen Punkte der Organisation darum handelt, dass nicht wir, die Anfangsgruppe, die Bewegung gleichsam von oben herunter organisierten, sondern dass sie sich selbst von unten herauf bildete, dass wir dasjenige, was wir bereits constituiert und aufgebaut haben, nämlich den Congress und das grosse A.-C, erhalten, ohne aber die unbegrenzte Entwicklung der Neubildung und Erstarkung von Vereinen zu hemmen. Das ist der Sinn des a~oii mir vorgelegten Organisationsstatutes, und ich muss das ganz ausdrücklich betonen und kann das nicht deutlich und oft genug sagen, dass gerade das Gegentheil von dem, was Herr Dr. Bernstein- Kohan gesagt hat, richtig ist, dass wir nicht für das A.-C, weder für das engere, noch für das grosse, die sogenannte Macht haben wollen, Vereine zu bilden, sondern dass wir diese ganze Thätigkeit von uns absondern und den breiten Schichten überlassen. Das ist der Sinn meines Organisationsvorschlages, und wenn Sie mir nun erlauben, so bitte ich Herrn Reich, ihn nochmals vorzulesen, namentlich bitte ich, dabei auf die Stelle achtzugeben, wo es heisst: „Zur Bildung einer neueren Federation ... Del. licich (liest): „Da sich die Landesorganisationen aus den einzelnen Vereinen aufbauen.....£; Dr. Herzl: Also nicht durch das engere oder grosse A.-C gebildet wer-