Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 224)
- Language
- German, English, Hebrew
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224 schiedener Fragen zusammenberufen werden, und gelegentlich der Congresse, vor und nach denselben. Die Fragen, die da vorkommen, sind von grosser Wichtigkeit, und da an diesen Conferenzen doch diejenigen Persönlichkeiten theilnehnieri, die in unserer Bewegung gewissermassen doch Anspruch auf mehr Kenntnisse haben, so ist es ja klar, dass diese Berathungen von grosser Wichtigkeit sind. Leider aber müssen wir sagen, dass die Conferenzen sich durchaus nicht der Frequenz erfreuen, wie der Congress, und dass auch manchmal da die Vorbereitungen der Wichtigkeit der Angelegenheiten nicht entsprechen. Die Gründe hiefür sind auch klar. Wir wollen nicht von der Bewegung honoriert werden, jeder muss sich auch mit seinem Berufe beschäftigen, und es ist für die grosse Mehrzahl der Theilnehmer unmöglich, einigemale im Jahre Belsen zu unternehmen. Andererseits, sind das A.-C. und der Fünfer-Ausschuss der Bank so viel in Anspruch" genommen, sie haben so viel zu leisten, dass es für sie wirklich zu schwer ist, den Congress und die Conferenzen gründlich vorzubereiten. Wenn alles beim Alten bleibt, der Congress jährlich stattfindet und auch die Conferenzen jährlich ein- oder zweimal abgehalten werden, werden wir kein Mittel haben, diesen Fehler zu vermefden. Es bleibt also nur erh Weg dazu, dass nämlich der Congress und die Conferenz nicht in einem und demselben Jahre stattfinden. Das wird im Interesse unserer Bewegung sein. Wir müssen uns klar machen, welche praktischen Zwecke eigentlich unser Congress hat. Diese sind meiner Meinung nach vier. Zunächst sanctioniert der Congress als höchste Instanz dasjenige, was in das zionistische Programm und in die Thätigkeit einzusehliessen oder was daraus auszuschliessen ist. Zweitens gibt er durch die Rechenschaftsberichte, die dem Congresse erstattet werden, einen Stimulus zur Arbeit. Drittens leistet der Congress die jährlichen Mittel, da mit ihm der Schekel verbunden ist, und viertens ist der Congress ein Agitations- und Demonstrationsmittel. Ich denke nun, dass von diesen vier praktischen Zwecken nur der zweite und dritte jährlich erfüllt werden müssen. Die Rechenschaftsberichte müssen jährlich stattfinden, da sie eine grosse Wirkung als Stimulans haben, und dann müssen wir auch jährlich die Schekeleinkünfte haben. Was aber den ersten Zweck betrifft, dass der Congress als höchste Instanz dasjenige sanctioniere, was in das Programm einzufügen oder aus demselben auszuschliessen ist, so hat die Praxis zur Genüge gezeigt, dass durch den jährlichen Gebrauch dieses Mittels sein Wert viel geringer wird, als wenn der Congress nur seltener stattfindet. Unsere Bewegung ist wirklich so cpmpliciert und so weitverzweigt, dass wir niemals jährlich gereifte Fragen zur Berathung haben werden, die der Beschlüsse des Congresses bedürfen. Wir werden also entweder über ungereifte Fragen urtheilen oder in Wiederholungen eingehen müssen. Beides müssen wir natürlich vermeiden, um die Autorität des Congresses in den Augen der Zionisten selbst, was das Wichtigste ist, hochzuhalten. Gereifte und im praktischen Leben geprüfte Fragen können wir jährlich durchaus nicht haben, und eine künstliehe Füllung der Congresse halte ich für eine Gefahr. Ich bin also der Ueberzeugung, dass wir bei den jetzigen Verhältnissen,