Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 202)
- Language
- German, English, Hebrew
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Del. Dr. Jacobsohn: Ich möchte einen Abänderungsantrag stellen, dass nur vier Generalredner je 10 Minuten sprechen. Vicepräsident Dr. Nprdau: Der Antrag ist durch Abstimmung erledigt vind wir sind bereits in den nächsten Gegenstand der Tagesordnung eingetreten. Ich ersuche Herrn Dr. Herzl. sein Referat zu erstatten. Dr. Herzl: Wir treten jetzt in eine Discussion ein, die wohl eine der wichtigsten ist, und als vom A.-C. bestellter Referent für diese Frage werde ich jetzt keine Rede halten, indem ich mir selbst eine Redezeit limitiere, sondern werde nur in kurzen Zügen sagen, um was es sich handelt, und dann mir erlauben, zu den einzelnen Anregungen, die vorkommen werden, ein Schlusswort zu sprechen. Die Entstehung unserer Bewegung ist Ihnen so bekannt, dass darüber kein Wort gesagt zu werden braucht. Wir haben in allen Dingen neue Verhältnisse zu schaffen gehabt. Wir waren immer ohne Beispiel, wir wussten in allen Dingen nicht, wie man es zum erstenmale macht, wenn man eine Sache, wie die unserige, in die riernige Form bringen will. Infolge dessen haben wir viele Jugendfehler begangen, und wir müssen uns selbst darüber Rechenschaft geben und trachten, dieselben auszubessern. Die Hauptsache, um die es sich handelt, ist, die Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit der Vertretung zu sichern. Dieser Congress wird nur dann eine volle und respectierte Autorität sein, wenn seine Entstehung eine möglichst gute, ich sage nicht vollkommene, denn vollkommene Sachen gibt es bekanntlich nicht, eine möglichst aufrichtige ist, und wir werden uns die Frage vorzulegen haben, wie wir es am besten erreichen, dass wir diesen Vertretungskörper zu einem wirklichen Ausdrucke dessen machen, was diese in der ganzen Welt zerstreuten Juden wollen. Wir müssen uns vor allen Dingen davon Rechenschaft geben, dass mit der Grösse der Interessen, welche um unsere Bewegung herum sich ansammeln, auch bei manchen minder — wie soll ich sagen — träumerischen oder unpraktischen Leuten der Wunsch erwachen könnte, sich im Wege des Congresses, also mittelbar im Wege der Wahlen zum Congresse, einen Einfluss auf die Besitzthümer zu sichern, die zu schaffen der schweren Arbeit dieser Jahre gelungen ist. Sie wissen, dass vom Congresse aus der Einfluss geübt wird durch die gewählten Vertreter auf das finanzielle Instrument, auch durch die Wahl des A.-C. auf die Verwaltung und auf die Hat des jüdischen Nationalfonds, den wir heute inauguriert haben an einer Stelle, die hoffentlich nicht das Missfallen unserer frommen Gegner hervorrufen wird (Beifall), und es ist nun eine sehr wichtige Aufgabe, dass wir es für die Zukunft unmöglich machen, dass Zionisten, deren Zionismus spät und durch praktische Erwägungen hervorgerufen worden ist, in diesen Con-