Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 200)
- Language
- German, English, Hebrew
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200 unsere englischen Jaden für unsere Bewegung gewonnen werden. Die Geduld der Zionisten wird oft hart auf die Probe gestellt. Niemand weiss dies besser als ich. Aber nach einiger Zeit wird man mude, und ein Unwille gibt sich kund ob der unmässigen Beleidigungen, der stürmischen Beschimpfungen, die gegen uns geschleudert worden sind. Unsere gute Sache ist zu mächtig, solch zufälliger Hilfe für ihre Verteidigung zu bedürfen. Denn nach und nach wird man dahin kommen, einzusehen, wohin unser Streben geht. Man wird einsehen, dass wir nicht für die Reichen und Grossen, sondern für die Armen und Niedrigen eintreten; denn in diesem Sinne ist unser Volk, wie in aller Welt bekannt, das ärmste, Israel ist am ärmsten und geringsten unter allen. Man wird einsehen, dass wir nicht nach Reichthum und Ehre streben, sondern dass unser Endziel von viel höherem und dauerndem Werte ist, dass wir für die endliche Befreiung der Juden arbeiten, dass unser Ziel kein geringeres ist als die Beförderung und Sicherstellung der Glückseligkeit unseres Volkes. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. Herzl: Die Rede des Mr. Greenberg wird den Delegierten in deutscher Uebersetzung zugemittelt werden. ' Del. M. Diesengoff (spricht französisch). Präsident Dr. Herzl: Es wird proponiert, dass in Zukunft keine Reden auf der Tribüne verlesen werden. Das ist ein Antrag zu unserer bestehenden Geschäftsordnung. Ich glaube, dass wir darüber jetzt keine Debatten eröffnen, umsoweniger, als dies nicht praktisch wäre. Es ist ja gar kein Referat mehr da, welches verlesen werden könnte. Vielleicht wird es genügen, dass ich dies von diesem Platze verkünde, damit es vielleicht in Zukunft zu einer Aenderung führt. Del. Buber: Ich erkenne den 'Wert des Referatesa das Mr. Greenberg erstattet hat. voll und ganz an, aber ich glaube nicht, dass es nöthig war, dass es hiervon dieser Tribüne durch 3/4 Stunden erstattet wurde. (Zustimmung.) Wir sind hier seit einiger Zeit von dem Gefühle durchdrungen, dass jede Minute wertvoll ist, weil uns wenig Zeit zur Verfügung steht. Die englische Landsmannschaft hätte in Anbetracht dieses Umstände» dieses Referat vervielfältigen und in englischer und deutscher Sprache an die Delegierten ■vertheilen lassen sollen. Damit aber derartige Referate während der Discussion über die Frage der Hebung nicht mehr möglich seien, beantrage ich zur Geschäftsordnung, dass jetzt die Debatte über die Frage der Hebung fortgesetzt werde, aber mit folgender Einschränkung: Die Discussion wird formell geschlossen, und die Redner, die zum Worte* eingetragen sind, einigen sich auf die Wahl von S Generalrednern. (Heiterkeit.) Von diesen Rednern wird jedem nur die Redezeit von höchstens einer Viertelstunde zugestanden. (Erneute Heiterkeit.) Ich möchte diesen Antrag kurz begründen. Präsident Dr. Herzl: Herr Buber! Diesen Antrag, den Sie und einige Herren unterzeichnet haben, wollte ich zur Verlesung bringen, werde aber im