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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 180

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 180 (sequence 180)
Language
German, English, Hebrew
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180 Volkstüchtigkeit, wenn wir die ökonomische Hebung nicht durch die Philanthropie besorgen lassen, sondern sie dem Volke selbst in die Hände legen. (Lebhafter Beifall.) Durch diese Angliederung an unsere Gesammtaufgabe wird aber unserer wirtschaftlichen Hebungsarbeit sogleich Ziel und Ende gesteckt. Durch unser Palästina-Programm ist die Grenze haarscharf gezogen. Eine materielle Erlösung der Juden in ihren Aufenthaltsorten vor der Eröffnung Palästinas widerspricht unserer Auffassung von der ökonomischen Judenfrage. Alle Unternehmungen, welche die Lösung dieser Frage ohne den Gedanken an eine geordnete Emigration der Nothleidenden aus ihren Aufenthaltsländern und der geordneten Immigration in das Judenland wagen, können nur U e b e r nehmungen sein, weil sie über unsere und jedermanns Kraft hinausgehen. Wir haben bei den Fragen der wirtschaftlichen Hebung noch ein für den Zionismus vitales Interesse zu beachten: das Renommee einer so hohen idealen Bewegung ist sehr subtil, und wir müssen uns hüten, Hoffnungen zu erwecken, deren Nichterfüllung Misstrauen gegen uns wachrufen würde. Aus diesen Gesichtspunkten heraus kann auch in diesen Fragen der ökonomischen Hebung nur ein zwar energisches, aber behutsam methodisches Vorgehen platzgreifen. Es können nur Institutionen ins Werk gerufen werden, welche Aussicht auf Erfolg haben, und die in einem adäquaten Verhältnis zu unserer Arbeitsfähigkeit und Leistungskraft stehen. Wir werden dem ethischen Selbstzwecke zuliebe wie aus nationalen Gründen in plötzlicher schwerer Noth eingreifen, um Sinkende über Wasser zu halten: wir werden in Verfolgung unseres Zukunftsprogramms Massregeln ergreifen und unterstützen, welche der Vorbereitung für das künftige Schicksal dienen. Wenn wir die Grenzen unseres Wollens und unseres Könnens so schon von vornherein ziehen, wird unser Renommee nicht nur nicht Schaden erleiden, sondern die agitatorische Kraft des Zionismus wird gestärkt werden. Der Zionismus kommt ins Volk, arbeitet mit dem Volke, wird zur wahren Volkssache. Die Führer lernen das Volk, das Volk lernt die Führer kennen. Neben dem gemeinsamen Ideale bilden die realen Interessen und Gemeinschaftsarbeiten einen nicht zu unterschätzenden Kitt. Männer mit weniger Phantasie und idealem Schwünge, aber mit Neigung und Eignung zu praktischer Arbeit, werden angezogen, beschäftigt und festgehalten. Durch die ökonomische Hilfsarbeit kommen wir in Fühlung mit den jüdischen Organisationen und Vereinen, und durch dieselben oder auch direct mit den Gemeinden. Denn was auch auf dem Gebiete der Gegenwartsarbeit von anderen gethan oder erstrebt wird, erfordert unsere Beachtung und unser Streben, es für unsere hohe Aufgabe umzugestalten und dienstbar zu machen.

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