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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 175

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 175 (sequence 175)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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175 Das Heilmittel, welches die ökonomische Misere der zerstreuten Judenheit zu beseitigen berufen ist, erreichen wir leider nicht von heute auf morgen: ist es nicht auch nöthig, hier den socialen Körper zu stützen und bei genügender Kraft zu erhalten, damit das grosse causale Heilmittel nicht wegen Mangels an vorhandener Lebenskraft und Lebensenergie des Heilungsbedürfügen versagen muss? Das ist die grosse Frage, die sich in Bezug auf die ökonomische Besserung der Juden in der Gegenwart erhebt und hier auf dem Congresse der offiziellen Erledigung harrt. (Sehr richtig!) Es war ein Fehlschluss in der Beurtheilung menschlicher Geistes- und Culturentwicklung, welcher der sogenannten Verelendungstheorie das Leben gab. Die mächtige sociale Bewegung, welche dieser Theorie gehuldigt hat, wandte sich in dem Masse von ihr ab, als die praktische Erfahrung sie belehrte, dass der Classenkampf nur geführt werden kann nach Erhebung der Arbeitermassen aus den Niederungen des Lumpenproletariats. Die Negation der Verelendungstheorie bedeutete Lust und Neigung zur positiven Mitarbeit an der Gegenwartshebung der unteren Classen. Auch in Bezug aut den Zionismus gab und gibt es eine Verelendungstheorie, aber, wie wir mit Genugthuung sagen dürfen — nicht in unseren Reihen nicht in unseren Anschauungen und Bestrebungen, sondern lediglich in den Köpfen unserer Gegner. Sie haben uns gesagt, dass wir mit einem gewissen Behagen all das Elend und all den Jammer des Judenvolkes registrieren würden, nur um Berechtigungsnachweise für unsere Heimstättenbewegung aufweisen zu können. Wie, wir, deren Ideal ein freies, stolzes Judengeschlecht bildet, wir könnten einen Moment nur befriedigt unseren Blick laben an den traurigen Bildern, welche die Leidenslage unserer Brüder darbietet, während wir doch nur der alten Gohis-Gewohnheit zum Trotze vor den nackten Thatsachen, und seien sienoch so entsetzlich, unsere Augen nicht verschliessen? Nein, unsere Anhänger haben bewiesen, dass sie die Heilsbotschaft von Basel besser und deutlicher verstanden haben, als Unkenntnis oder böser Wille es den Gegnern gestattete — das beweist unzweideutig das Einfügen der wirtschaftlichen Gegenwartsarbeit in das Arbeitsprogramm des Zionismus. (Lebhafter Beifall.) Wohl ist es wahr, dass wir in der flammenden Begeisterung für das erhabene Endziel unserer Bewegung, in der felsenfesten Ueberzeugung, dass nur die Erreichung desselben die Lösung auch der ökonomischen Judenfrage bedeuten kann, in der angespannten Concentrierung unserer geistigen und materiellen Kraft auf den Fortschritt der Palästina-Frage nicht von vornherein gleich mit Hochdruck auf die uns hier beschäftigende

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