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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 100

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 100 (sequence 100)
Language
German, English, Hebrew
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300 den Zustand des ganzen jüdischen Volkes Rechenschaft gegeben, ihr Vertrauen in die Zukunft hätte vielleicht vor ihrer positiven Kenntnis der Gegenwart nicht standgehalten, und mit der Hoffnung auf schliesslichen, wenn auch zeitfernen Sieg hätten sie auch die Bereitwilligkeit zur Fortsetzung des aussichtslos scheinenden Kampfes verloren. Wir können uns leider nicht mehr in die wohlthätige Unwissenheit unserer Almen einspinnen. ' Wir haben es unternommen, das jüdische Volk für neue Geschicke vorzubereiten, wir müssen deshalb vor allen Dingen eine genaue Anschauung von den wirklichen Verhältnissen unseres Volkes gewinnen, auf die Gefahr hin, dass die Wahrheiten, die wir erfahren, uns bis zur Lähmung ersehrecken. Eine strenge statistische Durchforschung des jüdischen Volkes ist eine allererste Kothwendigkeit für die zionistische Bewegung. Erst sie wird dieser Bewegung eine feste Grundlage geben und sie aus der Sphäre des Gefühls in die der nüchtern praktischen Ausbauarbeit herübeiieiten. Die Heuchler und Schwätzer, die von der „Mission des Judenthums unter den Völkern" faseln, brauchen sich um jüdische Statistik nicht zu kümmern. Sie wissen vom Judeiithum genug, wenn sie wissen, wie viel Gehalt sie beziehen und wie viel reiche Leute sie noch in ihrer Gemeinde haben. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall.) Wir müssen mehr wissen. Wir müssen zuverlässig erfahren, wie das Volksmaterial beschaffen ist, womit wir zu arbeiten haben werden. Wir brauchen eine genaue anthropologische, biologische, ökonomische und intelleetuelle Statistik des jüdischen Volkes. Wir müssen zahlen-- mässige Antworten auf die Fragen haben: Wie ist das jüdische Volk körperlich beschaffen? Wie gross ist es durchschnittlich? Welches sind seine anatomischen Eigenthümlichkeiten? Welches ist seine Erkrankungsziffer? Welches seine Sterblichkeit? Wie viele Krankheitstage hat der Jude jährlich im. Durchschnitt? Welches ist seine Lebensdauer? An welchen Krankheiten stirbt er? Welches ist seine Eheschliessungsziffer? Welches seine Kinderzahl? Wie viel Verbrecher, Irrsinnige, Taubstumme, Krüppel, Blinde, Epileptiker zählt das jüdische Volk? Hat es seine eigenthümliehe Criminalität, und welcher Art ist sie? Wie viel. Juden sind Stadt-, wie viel Landbewohner? Welchen Beschäftigungen geht das jüdische Volk nach? Wie arbeitet, was besitzt es? Was isst und trinkt es? Wie wohnt es? Wie kleidet es sieh? Wie viel gibt es von seinem Einkommen für Ernährung, Bekleidung, Wohnung, geistige Bedürfnisse aus? Ali das muss man wissen, wenn man ein Volk wirklich kennen will. So lange man es nicht weiss, ist alles, was man für das Volk thun will, ein Tappen im Dunkeln, ist alles, was man über dieses Volk sagt, bestenfalls Lyrik, schlimmstenfalls leeres Geschwätz. (Beifall.) Gewiss, es gibt selbst unter den reichsten und gesittetsten Völkern noch nicht viele, die über sich selbst in der ideal vollständigen Weise Bescheid, wisse]], wie ich es für das jüdische Volk wünsche. Aber die Völker, die in normaler Weise auf ihrer Seholle sitzen und sich leben lassen können, ohne sich über theoretische Voraussetzungen und

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