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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 25

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German, English, Hebrew
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zugegangen. Ich. meine, dass solche wichtige Vorlagen doch schön einige Zeit vor Abhaltung des Congresses den verschiedenen Landesorganisationen übersendet werden müssten. Klagen über die Schwerfälligkeit des Verkehrs mit der Colonialbank in London kommen aus allen Theilen, und ich bin überzeugt,-dass, wenn solche Hindernisse nicht existiert hätten, nicht bloss 7000 Shares placiert worden wären in Südafrika, sondern vielleicht 20 000. Meine Bemerkungen sind durchaus nicht als Vorwürfe aufzufassen, ich begreife die Schwierigkeiten, welche zu überwinden waren, und ich weiss, dass wir jenen Männern Dank schulden, die so opferwillig ihre Zeit und ihre Kraft unserem Volke widmen. Ich wünsche jedoch auf Fehler aufmerksam zu machen, damit solche im Interesse des Fortschrittes beseitigt werden. Was die allgemeine Lage unserer Stammesgenossen im Verhältnisse zu ihren Mitbürgern betrifft, so freut es mich, diese als befriedigend bezeichnen zu können. Jüdische Ansiedler lebten vereinzelt in Südafrika bereits lange vor Entdeckung der Mineralschätze, welchen das Land seine heutige Bedeutung verdankt. Jedoch erst während der letzten Jahre vor dem Kriege kam ein stetiger Strom jüdischer Emigranten aus dem östlichen Europa zu uns. Die Kunde war bis zu den Elenden in den Ghettos gedrungen, dass in den Ländern des fernen Südafrika auch der verachtete und geknechtete Jude frei sein und sich eine menschenwürdige Existenz schaffen darf. So kamen denn, getrieben von höchsten Jammers schmerzlicher Gewalt, die vielfach körperlich und geistig degenerierten Proclucte russischer Verhältnisse zu uns. Unter günstigen Lebensbedingungen jedoch, in der Sonne der Freiheit, schwinden gar rasch die Schäden des Ghettolebens und aus den jüdischen Proletariern sind zumeist nützliche Bürger geworden, welche heute bereits in allen Erwerbszweigen mit Erfolg thätig sind. Jüdische Schneider, Schuhmacher, Klempner, Schlosser etc. arbeiten für uns und jüdische Droschkenkutscher fahren uns recht und manchmal schlecht im Lande umher. Bemerkenswert aber ist es, dass diese aus dem östlichen Europa stammenden Juden an den jüdischen Idealen und Bestrebungen festhalten, obwohl in einer Umgebung lebend, für welche fast nur materielle Genüsse und die Jagd nach Eeichthum Reiz haben. Leider ist infolge der zahlreichen jüdischen Einwanderung eine uns feindliche Strömung auch bei uns zu Lande hervorgerufen worden, die allerdings nicht offen und unverhüllt hervorzutreten wagt. Ich hoffe jedoch, dass eine entschiedene und zweckentsprechende Stellungnahme zu allen Fragen und die Anstrengungen, welche seitens unserer Partei in Südafrika zur geistigen und sittlichen Hebung unserer Brüder gemacht werden, den antisemitischen Geist zu bannen in der Lage sein werden. Die Stellungnahme der Juden in Südafrika zu den kämpfenden Parteien war verschieden und in der Hauptsache entsprechend der ihrer Stammländer. Die britischen Juden traten fast ausnahmslos unbedingt für England ein und die zahlreichen jüdischen Soldaten im eng-

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